Griechenland Comeback Papandreous?
Griechenlands skandalumwitterter Ex-Ministerpräsident Andreas Papandreou, 72, hofft auf ein politisches Comeback. Nachdem ihn ein Sondergericht vorigen Freitag von der Anklage der Korruption freigesprochen hatte, verlangte der Sozialistenchef, der in dritter Ehe mit der Ex-Stewardess Dimitra ("Mimi"), 36, verheiratet ist, sofortige Neuwahlen: »Das souveräne Volk hat nun das Wort.« Schon vor dem Urteil hatte eine Umfrage gezeigt, daß 70 Prozent der Griechen gegen eine Verurteilung des Angeklagten waren, der dem Prozeß demonstrativ ferngeblieben war. Der Freispruch trifft den konservativen Regierungschef Konstantin Mitsotakis, der im Parlament nur über eine Mehrheit von zwei Mandaten verfügt, hart. Mitsotakis hatte die »Katharsis« (Reinigung) des öffentlichen Lebens vehement betrieben und sich öffentlich verpflichtet, »die Schuldigen zu bestrafen, so hochgestellt sie auch sein mögen«. Das politische Umfeld sieht für den Regierungschef derzeit nicht gut aus: Die Wirtschaft des Landes befindet sich in einer Rezession; die Inflation beträgt 17,9 Prozent, die Arbeitslosenrate wird offiziell mit acht Prozent angegeben, liegt aber real weit darüber. Damit steigen die Chancen Papandreous bei den nächsten Wahlen, die spätestens im Frühjahr 1994 fällig sind.