PERSONALIEN Cornelia Scheel
Cornelia Scheel, 20, Tochter des Alt-Bundespräsidenten, wird wegen ihres Medizinstudiums in Innsbruck von Gewissensbissen geplagt. Trotz Ausländersperre an österreichischen Universitäten konnte Cornelia, die in der Heimat am Numerus clausus gescheitert wäre, an der Uni Innsbruck unterkommen. Durchaus legal: Denn polizeilich ist Vater Walter Scheel, 63 (Photo, mit Tochter, 1981), im salzburgischen Maria Alm gemeldet, wo er ein Anwesen besitzt und seit zwölf Jahren einkommensteuerpflichtig ist. Das hat Cornelia die Möglichkeit gegeben, eine österreichische Hochschule zu besuchen. Ihr Dekan, Professor Hans Grunicke, allerdings hat Bedenken, daß »diese Angelegenheit zu viel Wirbel macht« und bald »Tausende Deutsche vor der Tür stehen, die sich flugs in Österreich einen Zweitwohnsitz genommen haben«. Daß die Scheel-Tochter eines der knappen und subventionierten Einzelzimmer im Studentenwohnheim belegen konnte, vergrätzt auch ihre Kommilitonen. Cornelia will deshalb schnellstens in eine eigene, vom Vater bezahlte Bleibe umziehen.