Corona: Jens Spahn drängt auf härtere Kontrollen von 3G-Maßnahmen - DER SPIEGEL
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Nach Besuch in Rom Spahn drängt auf härtere Kontrollen von 3G-Maßnahmen

Gesundheitsminister Jens Spahn spricht sich für verstärkte Kontrollen von Impfpässen und Testergebnissen aus. Er sei bei einem Besuch in Italien »an einem Tag öfter kontrolliert worden« als in Deutschland »in zwei Wochen«.
Jens Spahn in Rom: »Die Balance zu halten, ist schwierig«
Jens Spahn in Rom: »Die Balance zu halten, ist schwierig«

Jens Spahn in Rom: »Die Balance zu halten, ist schwierig«

Foto: Xander Heinl/photothek.de / imago images/photothek
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Gesundheitsminister Jens Spahn hat eine stärkere Kontrolle der 3G-Regeln angemahnt. »Ich glaube, dass mehr verbindliches Überprüfen auch bei uns noch den einen oder anderen überzeugen kann, sich impfen zu lassen«, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal »Watson« . »Ich bin bei meinem Kurzbesuch in Rom zum Treffen der Gesundheitsminister der G20-Staaten an einem Tag öfter kontrolliert worden als hier in zwei Wochen.«

Bund und Länder haben mit Blick auf Herbst und Winter vereinbart, dass in bestimmten Innenräumen wie Restaurants oder bei Veranstaltungen die 3G-Regel gelten soll: Zugang nur für vollständig Geimpfte, Genesene oder aktuell negativ Getestete. Dies ist jeweils auch durch Nachweise zu belegen.

Spahn erwartet Herdenimmunität im kommenden Frühjahr

In Deutschland ist die Impfquote derzeit deutlich niedriger als in Ländern wie Spanien, Italien oder Dänemark. Spahn führt das auch auf die unterschiedlichen Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger zurück. In diesen Ländern hätten die Menschen die Pandemie viel härter erlebt, sagt er. Aus seiner Sicht machten die spanische, italienische oder dänische Regierung gar nicht so viel anders als die deutsche – von strengeren Kontrollen in Italien abgesehen. Andere Länder würden allerdings »die Bürger zur Impfung quasi verpflichten«, sagte er.

Für die gesamte Gesellschaft sei der Druck auf Ungeimpfte ein schmaler Grat, so Spahn. »Zum einen muss man unterscheiden zwischen Geimpften und Ungeimpften, schon allein aus medizinischen Gründen. Zum anderen riskiert man, Menschen zu verlieren, wenn man zu viel Druck ausübt. Die Balance zu halten ist schwierig.«

Spahn warb in dem Interview erneut für mehr Impfungen und erklärte, warum er für das kommende Frühjahr eine Rückkehr zur Normalität erwarte. »Die Herdenimmunität, die wir brauchen, um die Pandemie zu überwinden, werden wir auf jeden Fall erreichen«, sagte Spahn. »Wir erreichen sie tatsächlich entweder durch Impfung oder durch Infektion.«

Das Risiko für Ungeimpfte, sich im Winter mit der Delta-Variante zu infizieren, sei sehr hoch. Deswegen werbe er für »die sicherere Alternative, die Impfung«. »Jedenfalls bedeutet das mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass wir im Frühjahr 2022 zur Normalität zurückkehren.«

slü/dpa