CUITLAPILLI
(Nr. 411968, Währung)
Es wäre meiner Meinung nach höchste Zeit, daß der »Mythos vom Wert des Goldes« endlich durch rationale Überlegungen zunichte gemacht wird.
Grundlage einer Währung soll nicht ein manipulierbarer »Wert« wie Gold sein, sondern schlicht und einfach: das menschliche Vermögen, die Arbeit.
Klagenfurt (Österr.) GÜNTER KANZIAN
Handelsakademiker
Der mystische Glaube an das Gold ist auch heute noch nicht tot. Man muß sich folgendes kindliche Spiel vorstellen: Da wird das Gold unter großen Mühen in Südafrika aus der Erde geholt. Kaum ist es am Tageslicht, wird es in Kisten verpackt und wieder in die Erde, nämlich die Banktresore, versenkt.
Der Kreml lacht sicher auch über den westlichen Aberglauben, gute Maschinen für Gold herzugeben, das die Russen in Sibirien ausgegraben haben.
Der Aberglaube wird dann gefährlich, wenn die Weitwährung (Dollar), die an das Gold gebunden ist, und zwar mit einem festen Preis, ins Wackeln gerät.
Leonberg (Bad.-Württ.)
GERHARD TRÖSCHER
Der Menschheit ganzer Jammer grinst aus dem Gold-Mythos. Was sagt Herr Professor Schiller, der bundesdeutsche Schuldenmacherkönig, der uns auf Generationen hinaus in die Schuldknechtschaft dieser Gold-Mythoisten zwingen möchte?
Die Welt -- und jedes einzelne Volk -- wird sich um seiner Existenz willen letztlich und ernsthaft mit dieser Frage beschäftigen müssen, die von sogenannten »Außenseitern« längst gelöst ist, während die Welt weiterhin im Irrgarten goldgehäkelter Währungsverbrechen gehalten wird.
Mannheim ALBERT LÄMMEL
Ihre Titelgeschichte »Gold« sollte jedem deutschen Leser viele Goldstücke wert sein; der Regierung sogar Goldberge.
Warkworth (Kanada) CARI. O. NEUPERT
Diese »Gelbsucht« (Goldsucht) ist für alle Völker lebensgefährlich. Staaten, die zuviel davon haben, ziehen sich den Neid und Haß derer zu, die wenig oder nichts von diesem Metall besitzen. Als sich Moses auf dem Berge Sinai von Jahwe die Gebote in die Steintafeln meißeln ließ, tanzte sein Volk um das »Goldene Kalb«. Die Herren Morgenthau und Genossen inszenierten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder den Tanz um das »Goldene Kalb« -- und auf diesen Tanz erfolgt der tödliche Kater.
Liblar (Nrdrh.-Westf.) GOTTFRIED GROSSMANN
Im Zeitalter der Kybernetik mutet es fast wie ein Witz an, daß in London ernsthafte Männer mit Fähnchen ein Spiel um das Gold betreiben. Die Welt-Goldproduktion pro Jahr beträgt nur zirka acht Milliarden Mark, während der Welthandel einen Umfang von zirka 1500 Milliarden Mark pro Jahr hat. Die Golddeckung des Geldes scheint in Anbetracht dieser Größenverhältnisse eine gefährliche Illusion zu sein.
Hassloch (Rhld.-Pf.) PETER LUTZ
Eine Volkswirtschaft ist in Ordnung, wenn der Warenumlauf und der Geldumlauf korrespondieren.
Wenn die Weltwirtschaft ihre unbegrenzte Produktivkraft drosselt aus Mangel an Gold, so begeht der Kapitalismus Selbstmord vor dem Kommunismus aus einer fixen Idee. Das Gold wäre längst eine Aufgabe für den Psychiater.
München JOSEF SCHAEFELER
Amerika hatte das meiste Gold, heute steht man vor leeren Kammern und Hirn-Gigant Johnson will das Gold für wertlos erklären. Statt dessen will Amerika uns ein proamerikanisches Ersatzteil basteln. Es bleibt zu hoffen, daß sich die übrigen Weststaaten mündig zeigen werden und den USA verwehren, daß das Gold als allgemein anerkannter Wertmesser abgeschafft wird.
Kaiserslautern A. STRICKER
Bankkaufmann
Die Meinung, daß man Gold durch irgendein bedrucktes Papier ersetzen kann, ist irrig, denn eine Banknote ist eben keine Ware, kein gegenständlicher Wert, sondern nur ein Schuldschein (des Staates, und wenn wir von der strikten Terminbegrenzung absehen, sehr ähnlich einem Wechsel unter Kaufleuten). Dagegen ist Gold eine effektive Ausgleichsware, gegen die alle anderen Waren mit Leichtigkeit getauscht werden können. Man kann auch als effektives Zahlungsmittel statt Gold Silber nehmen, wie es geschehen ist, und, wenn wir ganz modern sein wollen, dann Plutonium.
Bielefeld R. LÜBBERT
Wenn Sie die Liebe zum Gold in den Tiefen des Analbereiches suchen, hat dies sicher manchen geschockt und Kritik herausgefordert. Aber ganz neu ist das nicht!
Vor mehr als einem Jahrtausend bezeichnete das alte Kulturvolk der Inkas Gold und Silber poetisch als Sonnen- und Mondtränen, das rauhe Kriegervolk der Azteken hatte hingegen dafür einen Namen, der den Tiefenpsychologen wie Musik in den Ohren klingen dürfte: Cuitlapilli ... Götterexkremente!
Wie die wohl darauf kamen; wurde ihre Sprache vielleicht von Psychologen gemacht?
Hamburg ALFRED ED. FRAUENFELD