Da Capo
Unaufgefordert gaben die Russen in Wien einige Da Capos aus ihrem nervenaufreibenden Berliner Spektakelstuck. Sie verlangen jetzt für alle Anglo-Amerikaner Lichtbildausweise an Stelle der bisher üblichen grauen Viermächtekarten. Eisenbahnzüge und Autos werden am Semmering-Paß von den Sowjets aufgehalten und streng kontrolliert. Zeitweise kam der gesamte Truppenverkehr zwischen der britischen Besatzungszone und Wien zum Stillstand. Britanniens Hoher Kommissar, General Alexander Galloway, wollte persönlich bei seinem russischen Kollegen Kurassow protestieren Aber der war nicht zu sprechen. Er legte Kränze zum »dritten Befreiungstag« Oesterreichs nieder. Galloway protestierte schriftlich. Mehrere Male. DPD-Reuter mutmaßen, daß die neuen Reisebeschränkungen einen Versuch der Sowjets darstellen könnten, den Weg zu einem kommunistischen Staatsstreich in Oesterreich zu ebnen. Sie warnen vor den kommunistischen »Werkschutzleuten« in der russischen Besatzungszone, die angeblich besser bewaffnet sind als die österreichische Polizei.
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Auf der fernöstlichen Pühne ließen die Russen ihre Marionetten-Regierung an den Nordkorea-Vorhang treten und drohen. Der sowjetisch besetzte Norden Koreas liefert praktisch den gesamten elektrischen Strom für den amerikanisch besetzten Süden. Die kommunistische Volksregierung verkündete, sie werde die Stromzufuhr nach dem südlichen Korea sperren, wenn die »Unterdrückung der Arbeiterklasse« in der US-Zone nicht aufhöre. Die Amerikaner arbeiten vorsorglich an einem Plan für eine Not-Stromversorgung.