Damien Hirst - DER SPIEGEL
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Damien Hirst

• aus DER SPIEGEL 22/2000
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Damien Hirst, 35, Enfant terrible der britischen Kunstszene, das mit in Formaldehyd eingelegten Schafen, Rinderhälften und Haien schon für Bedenken erregendes Aufsehen sorgte, musste jetzt für ein Plagiat zahlen. Anfang des Jahres hatte Hirst dem nicht weniger kunstsinnigen Mäzen und Werbefachmann Charles Saatchi seine sechs Meter hohe Bronze-Skulptur mit dem Titel »Hymnus« für die Summe von rund drei Millionen Mark verkauft. Das Hirst-Werk wies, wie sich alsbald herausstellte, eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit einem Kinderspielzeug aus Kunststoff auf, das für knapp 35 Mark im Laden unter dem Namen »Anatomie-Set für den jungen Wissenschaftler« zu haben ist. Beide Werke zeigen einen menschlichen Torso mit stellenweise freigelegten Muskeln, Sehnen, Organen und Eingeweiden. Was einem Kunstkritiker als »ein Meister- und Schlüsselwerk der britischen Kunst im 21. Jahrhundert« erschien, war, wie Hirst jetzt einräumte, abgekupfert vom Anatomie-Set seines Sohns Connor. Um den Plagiatsprozess abzuwenden, bezahlte Hirst eine Summe in unbekannter Höhe an zwei Kinderhilfswerke.

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