Dank
Erst heute komme ich dazu, dem SPIEGEL meinen Dank zu sagen für seine Hilfe, mich aus einem tatarischen Gefangenenlager heraus nach hier zu bringen.
Bereits in meinem letzten Gefangenenlager in Selenodolsk bei Kasan hatte ich erfahren, daß in Ihrer Zeitschrift Philipp Humbert mich als einen - im sowjetischen Sinne - »renitenten Kriegsgefangenen« erwähnt und eine Begebenheit geschildert hatte, die ich jetzt hier unter dem Zwischentitel »Ich kenne Jesco ...« nachlesen konnte.
Ich war keineswegs erstaunt, daß ich kurze Zeit darauf mit einem Transport nach Deutschland kam - obwohl alle anderen Kameraden von mir nach Stalingrad zum Kanalbau verschickt wurden und ich vorher, eben als »Renitenter«, ständig von den Heimtransportlisten gestrichen worden war.
Die Sowjets kannten Ihre Artikel genau. Sie wußten, daß die Artikel keine Sowjethetze darstellten, sondern daß der Autor nur den Fußtapfen ihrer eigenen, uns nicht immer leicht erkennbaren Logik, nachgestiegen war Nachdem nun ebenfalls Assi Hahn zurück ist, glaube ich fest daran, daß auch die anderen in dem Bericht genannten Personen bald hier sein werden.
Karlsruhe
DIETRICH v. PUTTKAMER