Das beste Erbe - DER SPIEGEL
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Briefe

Das beste Erbe
• aus DER SPIEGEL 42/2004
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Das beste Erbe

Nr. 41/2004, Titel: Friedrich Schiller - Der Atem der Freiheit

Nur eines bleibt unterbelichtet in ihrer ansonsten vielfarbigen Skizze: Schillers Krankheiten. Als Kind schon schwächlich, in der Karlsschule immer wieder auf dem Krankenlager, in Mannheim 1783 von einer Art Malaria gepackt, litt er sein Leben lang an Leibesschmerzen, ward stets aufs Neue attackiert von Krämpfen. Und dennoch, beziehungsweise deshalb: Welch kraftvolles Kämpfen aus seelischem Impuls heraus, was für ein Beispiel für die Macht des Geistes über den Körper! Dass das selbstbestimmte Individuum die materiellen Bedingungen seiner Zeit, Umwelt und Eigenhülle überwinden kann - das macht »diesen Menschen« zu einem vorbildlichen Lebenskünstler!

OTTERSBERG (NIEDERS.) BERT BLUMENTHAL

Toller Artikel jetzt zur Buchmesse, gut sieben Monate vor seinem 200. Todestag. Tot aber war dies Genie der Klarheit, Schiller, doch eigentlich nie in Deutschland. Bei Büchmann fand ich über 300 Zitate Schillers, mehr als die Bibel, Shakespeare und Goethe. Ständig wird er zitiert: »An der Quelle saß der Knabe - Der langen Rede kurzer Sinn - Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Trieb« - und so weiter, wenn auch viele nicht wissen, dass es Schiller-Zitate sind. Schiller und meinem Großvater verdanke ich mein bestes Erbe: keinen Respekt vor Königsthronen und Despoten.

FRANKFURT AM MAIN HEINRICH DROEGE

Schillers Atem ist nicht Anteil von Freiheit, solange sein existenzielles Dasein durch einen teuflischen Feuerkopf dargestellt wird.

BREMEN SWENJA SCHMIDT

Ohne Immanuel Kants Einfluss sind Schillers ästhetische Schriften ("Über Anmut und Würde«, »Über die ästhetische Erziehung des Menschen") nicht denkbar. So darf Schiller als der erste berühmte Kantianer bezeichnet werden.

FRANKFURT AM MAIN PETER MÜNKEL

Dem Leser begegnet eine sachlich distanzierte Schilderung der vielschichtigen Schiller-Persönlichkeit mit einer Fülle von prägnanten Beispielen eines relativ kurzen, aber intensiven Lebens. Sogar das Interview bleibt mit dem Biografen auf Augenhöhe und lässt noch differenzierte Informationen zu. Die Beliebtheit und der Erfolg des Klassikers wird nicht durch Neid und »Kleinmacherfloskeln« herabdiskutiert. Das »Genie der Klarheit« wird gewürdigt.

BREMEN WILFRIED REMMERS

Sie bilden die Ausgabe von Schillers »Räubern« nach der zweiten, verbesserten Auflage von 1782 ab. Sie ist bei Tobias Löffler in Mannheim erschienen. Die Erstausgabe ist allerdings anonym beim J. B. Metzler Verlag 1781 in Stuttgart erschienen, der angesichts der Verhältnisse im despotischen Württemberg sehr viel Mut hatte. Schiller hat übrigens, ebenfalls anonym, 1782 zum 100-jährigen Metzler-Verlagsjubiläum die »Anthologie auf das Jahr 1782« veröffentlicht.

STUTTGART DR. BERND LUTZ VERLAGSLEITUNG/GESCHÄFTSF. J. B. METZLER

Sie geben an, Schiller sei im Dezember 1788 Professor für Geschichte an der Universität Jena geworden. Er erhielt allerdings eine außerordentliche Professur für das Fach Philosophie. Als er seine Antrittsvorlesung mit dem Titel »Professor für Geschichte« vertreibt, wird ihm vom Dekan untersagt, diesen Titel offiziell zu führen.

ESSEN SVEN MEYERING

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