Das Doppelspiel - DER SPIEGEL
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Artikel 18 / 65

DIPOMATIE / SOWJET-ARCHIV Das Doppelspiel

• aus DER SPIEGEL 19/1959
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wie konnte es geschehen, daß sich die

Sowjet-Regierung auf den Abschluß eines Nichtangriffspakts mit solch wortbrüchigen Ungeheuern wie Hitler und Ribbentrop eingelassen hat? Ist hier von der Sowjet-Regierung nicht ein Fehler begangen worden?« So ließ sich Generalissimus Josef W. Stalin 1943 mitten im »Großen Vaterländischen Krieg« vernehmen, den die Sowjet-Union nach dem deutschen Angriff vom Juni 1941 an der Seite der Westmächte gegen die Armeen Hitlers führte.

Der sowjetische Diktator, dessen diplomatische Aktivität am Vorabend des Zweiten Weltkriegs von seinen späteren Verbündeten mit unverhohlenem Mißtrauen betrachtet worden war, gab damals gleich selbst die Antwort: »Natürlich nicht! Ein Nichtangriffspakt* ist ein Friedenspakt zwischen zwei Staaten ... Ich denke, kein einziger friedliebender Staat kann ein Friedensabkommen mit einem benachbarten Staat ablehnen, selbst wenn an der Spitze dieses Reiches solche Ungeheuer und Kannibalen stehen wie Hitler und Ribbentrop.«

Diese dürftige Erklärung für das, was Englands Kriegspremier Winston Churchill später den »Höhepunkt der diplomatischen Mißerfolge« britischer und französischer Außenpolitik nannte, verschwieg beharrlich, weshalb die im August 1939 gleichzeitig mit den Deutschen in Moskau antichambrierenden Engländer und Franzosen das Nachsehen hatten: Die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens hatten am Konferenztisch weder die baltischen Staaten noch eine vierte Teilung Polens anzubieten. Das Abkommen mit Hitler aber, der solche Zugeständnisse auf Kosten Dritter leichten Herzens machte, versprach offensichtlich, wie man im Kreml meinte, die »kapitalistischen Mächte« in einen neuen Krieg zu verwickeln, der am Ende der weiteren Ausbreitung des Kommunismus förderlich sein mußte.

Ihre politische Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hat die Sowjet -Union - die Hitler mit dem deutsch sowjetischen Pakt freie Hand gegen Polen gab - stets zu verschleiern gesucht. Das geheime Zusatzprotokoll vom 23. August 1939, das die osteuropäischen Staaten dem sowjetischen Zugriff preisgab, existiert für die Moskauer Geschichtsschreiber nicht. Die von den Westmächten veröffentlichten Dokumente aus erbeuteten deutschen Archiven wurden stets als »unecht« und »tendenziös« zurückgewiesen.

Um so überraschter waren die Diplomaten der westlichen Welt, als die amtliche sowjetische Nachrichten-Agentur Tass jetzt das Gegenstück zu den damaligen deutsch-russischen Vereinbarungen - die bisher sorgsam verwahrten Protokolle der gescheiterten militärischen Geheimverhandlungen zwischen der Sowjet -Union, Frankreich und Großbritannien vom August 1939 - der Öffentlichkeit übergab.

Historische Gründe für die Publikation dieser Dokumente gerade jetzt - wenige Tage vor der Genfer Außenminister-Konferenz - sind kaum zu erkennen. Auch die aktuelle politische Wirkung, die das sowjetische Außenministerium mit diesem ungewöhnlichen Schritt bezweckt, läßt sich nur erahnen:

- Sollen etwa die Westmächte am Vorabend neuer Verhandlungen an eine ihrer ärgsten diplomatischen Schlappen erinnert werden?

- Will Chruschtschew der Welt zeigen,

welcher Intrigen die sowjetische Politik fähig ist?

- Soll am historischen Modell Polen demonstriert werden, wie bequem man sich auf Kosten Dritter - heute Deutschlands - einigen kann, wenn man einige jener moralischen Vorbehalte preisgibt, die auch 1939 die westliche Politik »behinderten«?

Das Drama um jene vierte Teilung Polens, das die jetzt von Tass veröffentlichten Dokumente enthüllen, begann am 11. August 1939: An der Spitze ihrer Delegationen treffen der britische Admiral Drax und der französische General Doumenc in Moskau ein: Ihr Gegenüber ist der Marschall und heutige sowjetische Staatspräsident Woroschilow.

Die Verhandlungen werden sofort am nächsten Tage aufgenommen. Die Zeit drängt. Admiral Drax erklärt, daß die deutsche Reichsregierung bereits zwei Millionen Mann mobilisiert habe und am 15. August zum Angriff antreten werde. Doch zunächst streiten sich die Partner darüber, wer die Partie eröffnen soll:

WOROSCHILOW: Jetzt möchte ich den Chef der britischen Mission, Admiral Drax, und den Chef der französischen Mission, General Doumenc, ersuchen, uns ihre Vorschläge hinsichtlich der Maßnahmen wissen zu lassen, die ihrer Meinung nach die Organisierung der Verteidigung der vertragschließenden Länder, d.h. Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjet-Union, sicherstellen sollen. Besitzen die Missionen Großbritanniens und Frankreichs entsprechende militärische Pläne?

Admiral Drax erklärt, da er auf Einladung der Sowjet-Regierung hierhergereist sei, habe er damit gerechnet, daß die sowjetische Mission einen Plan vorlegen werde.

WOROSCHILOW: Unsere Mission erhebt nicht darauf Anspruch, einen bis in alle Einzelheiten hinein fertigen militärischen Plan vorzulegen. Wir erachten es indes für zweckmäßig und absolut richtig, wenn Sie wollen, für gerecht, daß die Missionen Großbritanniens und Frankreichs einen Plan zur militärischen Verteidigung der drei vertragschließenden Parteien gegen eine Aggression in Europa unterbreiten, wenn auch nur in der Gestalt, in der er vorliegt. Die Sowjet-Union befindet sich in einer etwas anderen Lage als Großbritannien und Frankreich. Die Sowjet-Union hat im Westen keine gemeinsamen Grenzen mit den Ländern des Blocks der Aggressoren, deshalb kann sie erst in zweiter Linie als Objekt für einen Angriff dienen.

Schon sind die britischen und französischen Militärs in die Defensive gedrängt. General Doumenc verkündet pathetisch »drei Prinzipien«, die dem gemeinsamen Kriegsplan zugrunde liegen sollen:

»Die Schaffung zweier festgefügter Fronten für den Gegner im Westen und im Osten, eine geschlossene Fronten -Linie, Einsatz aller Kräfte gegen den Feind.«

Bemerkt Woroschilow trocken:

»Gegen diese Prinzipien erheben wir keine Einwendungen. Ich möchte indes zu der erörterten Frage zurückkehren, die darin besteht, sich gegenseitig mit den Plänen bekannt zu machen und hierauf an ihre Erörterung zu gehen. Die Prinzipien aber sind ohne Zweifel richtig.«

Die Generale und Admirale Frankreichs und Großbritanniens bitten um Vertagung.

Am nächsten Morgen, am 13. August, insistiert der Sowjet-Marschall bei Eröffnung der, Sitzung:

»Die Prinzipien und Ziele sind klar. Die Pläne kennen wir noch nicht. Deshalb

wäre es nötig, zur Darlegung oder Mitteilung der Pläne überzugehen.«

Franzosen und Briten verbreiten sich nun gemeinsam über ihre intimsten militärischen- Geheimnisse. General Doumenc bittet,

»das Vernommene streng geheimzuhalten und beim Verlassen des Saales zu vergessen«.

Das sowjetische Protokoll vermerkt an dieser Stelle:

»Beiden Bitten von General Doumenc wird entsprochen.«

Nach einer Serie gezielter Fragen über die Stärke, den Aufmarsch und die Versorgungsmöglichkeiten der britisch-französischen Land-, Luft- und Seestreitkräfte steuert der Sowjetmarschall gradlinig auf die eigentliche sowjetische Förderung zu.

WOROSCHILOW: Ich möchte von der britischen und der französischen Mission Antwort auf eine weitere Frage erhalten, nämlich darüber, wie die genannten Missionen oder die Generalstäbe Frankreichs und Großbritanniens sich die Teilnahme der Sowjet-Union am Krieg gegen den Aggressor vorstellen, wenn dieser Frankreich oder Großbritannien überfällt, oder wenn der Aggressor Polen oder Rumänien überfällt oder Polen und Rumänien zusammen, oder auch, wenn der Aggressor die Türkei überfällt. Mit einem Wort, wie stellen sich die britische und die französische Mission unsere gemeinsamen Operationen gegen den Aggressor oder den Block der Aggressoren vor im Falle ihres Aufmarsches gegen uns?

DOUMENC: Wir haben uns heute mit der Lage an der Westfront bekannt gemacht und mitgeteilt, welche Kräfte an dieser Front eingesetzt werden können. Ich würde mich freuen, von Marschall Woroschilow ähnliche Angaben über die Ostfront zu erhalten.

WOROSCHILOW: Offenbar wurde dem Herrn General meine Frage nicht richtig übersetzt. Ich habe der Hohen Beratung zur Kenntnis gebracht, daß ich gern bereit bin, die Sie interessierenden Mitteilungen zu machen, aber vorher möchte ich Antwort auf meine Frage erhalten, wie sich die Generalstäbe Großbritanniens und Frankreichs die Teilnahme der Streitkräfte der Sowjet-Union gemeinsam mit den Streitkräften Großbritanniens und Frankreichs im Kampf gegen den Block der Aggressoren oder gegen den Hauptaggressor vorstellen.

General Doumenc erklärt sich damit einverstanden,

»diese Frage morgen zu beantworten, um alsdann die Mitteilungen Marschall Woroschilows entgegenzunehmen«.

Am nächsten Tag versuchen die Briten und Franzosen vergeblich, der gefährlichen Frage Woroschilows auszuweichen. Dem Sowjetmarschall wird es zu dumm. Er herrscht seine westlichen Kollegen an:

»Ich möchte eine klare Antwort auf meine überaus klare Frage hinsichtlich gemeinsamer Operationen der Streitkräfte Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjet-Union gegen den gemeinsamen Gegner erhalten. Nehmen die Generalstäbe Großbritanniens und Frankreichs an, daß die sowjetischen Landtruppen das Einmarschrecht nach Polen erhalten werden, um mit dem Feind unmittelbar in Fühlung zu treten, wenn er Polen überfällt?«

Schockiert stecken Briten und Franzosen die Köpfe zusammen. Endlich faßt sich Admiral Drax:

»Wir erörtern gegenwärtig eine Frage, deren Entscheidung von der polnischen Regierung unter dem Druck der Gefahr eines Krieges abhängt. Ich möchte Ihnen ein Beispiel anführen: Wenn ein Mensch im Fluß am Ertrinken ist und am Ufer ein anderer Mensch steht, der sich anbietet, ihm einen Rettungsring zuzuwerfen, wird da der ertrinkende Mensch die ihm angebotene Hilfe ablehnen? Der Rettungsring wird sich an einem guten Platz befinden, wenn wir gemeinsam operieren werden«

WOROSCHILOW: Wenn Sie zu »Gleichnissen« übergegangen sind, so erlauben Sie mir, Ihrem Beispiel zu folgen. Ich muß folgendes sagen: Was aber, wenn sich der »Rettungsring« in einer solchen Entfernung befindet, daß man ihn nicht bis zu dem Ertrinkenden werfen kann? Ein solcher Rettungsring wird natürlich dem Ertrinkenden keinerlei Hilfe bringen.

DOUMENC: Ich führe diesen Vergleich weiter und sage, daß dieser »Rettungsring« in erster Linie fest und solide sein muß.

Woroschilow zeigt auf der Karte, wie tatsächlich Hilfe geleistet werden und wie die Sowjet-Union mit ihren Streitkräften am gemeinsamen Kampf gegen den Aggressor teilnehmen könnte.

DOUMENC: Das wird der endgültige Sieg sein.

WOROSCHILOW: Was sein wird, ist unbekannt. Im Krieg ist alles möglich. Das aber ist die Vorbedingung: das Einmarschrecht für unsere Truppen nach Polen ... Das ist die Vorbedingung unserer Verhandlung und eines gemeinsamen Vertrages zwischen den drei Staaten. Geschieht das nicht, wird diese Frage nicht positiv gelöst, dann zweifele ich überhaupt an der Zweckmäßigkeit unserer Verhandlungen.

Die westlichen Missionschefs schicken den britischen General Keywood vor:

»Wir haben unserer Meinung schon klar Ausdruck gegeben ... Man darf aber nicht vergessen, daß Polen und Rumänien selbständige Staaten sind, und im vorliegenden Fall muß das Durchmarschrecht für die sowjetischen Streitkräfte von den Regierungen dieser Länder erlangt werden. Diese Frage verwandelt sich in eine politische Frage, und die UdSSR sollte sie den Regierungen Polens und Rumäniens vorlegen.«

Die Sitzung wird abgebrochen.

Inzwischen telegraphierten die beiden westlichen Missionen nach Paris und London und baten ihre Regierungen um neue Weisungen. Woroschilow ließ ihnen Zeit. Der Armeeführer Schaposchnikow referierte am 15. August sehr summarisch über die Stärke der sowjetischen Streitkräfte.

Am Tage zuvor hatte der deutsche Botschafter in Moskau, Graf von der Schulenburg, bereits ein dringendes Telegramm aus Berlin mit der Weisung erhalten, Molotow sofort aufzusuchen und ihm mitzuteilen, daß Ribbentrop bereit sei, »zu einem kurzen Besuch nach Moskau zu kommen, um im Namen des Führers Herrn Stalin die Auffassung des Führers auseinanderzusetzen«.

»Es unterliegt keinem Zweifel«, telegraphierte Ribbentrop, »daß die deutsch russische Politik heute an einem geschichtlichen Wendepunkt angelangt ist ... beiden Ländern ist es früher immer gut gegangen, wenn sie Freunde waren, und schlecht, wenn sie Feinde waren.« Molotow versprach dem deutschen Botschafter, diese Vorschläge sorgsam zu prüfen.

Am 16. August informieren sich die drei Militärmissionen gegenseitig über die Stärke ihrer Streitkräfte. Großbritanniens Luftmarschall Barnett:

»Auf jeden Fall läßt sich mit Gewißheit sagen, daß, wenn in Bälde ein Krieg ausbräche, wir unter günstigeren Umständen in ihn eintreten, als dies im vergangenen Krieg der Fall war.«

Doumenc drängt auf den Entwurf einer dreiseitigen Vereinbarung. Entgegnet Woroschilow:

»Ich bin der Ansicht, daß es noch nicht an der Zeit ist, irgendein Dokument zu

redigieren. Wir haben die Frage, die für die sowjetische Seite die Kardinalfrage ist, nicht gelöst: Die Frage des Durchmarschrechts durch Polen.«

Am 17. August sagte Botschafter Graf Schulenburg dem sowjetischen Außenminister Molotow zu, sich mit der Sowjet -Regierung über Fragen wie »Ostsee, Baltikum usw. zu einigen und gegebenenfalls auch territoriale Fragen Osteuropas gemeinsam zu klären«.

Am selben Tag wird Woroschilow den Briten und Franzosen gegenüber unverschämt. Er mokiert sich über die militärischen Prognosen der westlichen Generäle.

WOROSCHILOW: Die Absichten Deutschlands und seiner Führer vorauszusehen, ist äußerst schwierig, was allein schon durch folgende Tatsache bezeugt wird: Vor fünf Tagen teilte uns der verehrte Admiral Drax mit, daß Deutschland zwei Millionen Mann mobilisiert habe und am 15. August loszuschlagen beabsichtige.

DRAX: Nein, Nein.

WOROSCHILOW: Ich sehe in dieser Prognose nichts Schlimmes, und ich war damals mit Ihnen einverstanden. Das hätte passieren können, es ist aber nicht passiert. Weder der Herr Admiral, noch die Herren Marschälle und Generäle, die hier anwesend sind, noch unsere Beratung als ganzes sind leider in der Lage, die Ereignisse mit annähernder Genauigkeit voraussagen zu können, weil die Personen, die diese Ereignisse organisieren, Leute sind, die die Bedeutung der Plötzlichkeit, die Bedeutung eines Überraschungsangriffs ganz gut begreifen.

Admiral Drax dreht und wendet sich, er habe nie ein genaues Datum des deutschen Angriffs vorausgesagt.

WOROSCHILOW: Ich bitte den Herrn Admiral sehr um Entschuldigung, wenn es sich so verhält. Die Dolmetscher haben aber damals eben so übersetzt, wie ich hier mitgeteilt habe.

Die Konferenz vertagte sich bis zum 21. August. Briten und Franzosen hofften, bis dahin von ihren Regierungen Weisung erhalten zu haben, wie die Frage des sowjetischen Durchmarschrechts durch Polen zu lösen sei.

Am 21. August aber entschied sich Stalin, zwei Tage später den Reichsaußenminister von Ribbentrop zu empfangen. Die Briten und Franzosen ahnten von all dem nichts. Admiral Drax beantragte, die Verhandlungen um weitere drei Tage zu verschieben. Sowjetmarschall Woroschilow, der den Briten und Franzosen nicht mehr gegenübertreten konnte, wenn Ribbentrop mit Stalin verhandelte, willigte ein.

48 Stunden später unterzeichneten Stalin und Ribbentrop den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt und das geheime Zusatzprotokoll, das Polens Schicksal besiegelte. Weitere vier Wochen später erklärte Stalin im Kreml dem deutschen Botschafter: »Bei der endgültigen Regelung der polnischen Frage muß alles vermieden werden, was in Zukunft Reibungen zwischen Deutschland und der Sowjet-Union gebären könnte. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint mir die Belassung eines selbständigen Rest-Polens abwegig.«

So geschah es zunächst. Der Pakt mit den »Kannibalen Hitler und Ribbentrop« - vor dem Hintergrund höchst korrekter Geheimverhandlungen mit den Gentleman -Soldaten aus London und Paris - trug für die Sowjet-Union auch dann noch seine Früchte, als er längst ein Fetzen Papier war. Moskaus westliche Alliierte konnten Hitlers Zugeständnisse nicht zurücknehmen.

* Die Sowjet-Union hatte am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt mit dem »Großdeutschen Reich« Hitlers abgeschlossen, der die Vertragschließenden für zehn Jahre verpflichtete, sich nicht »an irgendeiner Mächtegruppierung (zu) beteiligen, die sich mittelbar oder unmittelbar gegen den anderen Teil richtet«. Mit dem Nichtangriffspakt war ein geheimes Zusatzprotokoll verbunden, das die Interessensphären Deutschlands und Rußlands in Osteuropa abgrenzte. Finnland, Estland und Lettland sowie alles polnische Gebiet östlich von Narew, Weichsel und San gehörte danach zum sowjetischen Einflußgebiet, dem am 28. September 1939 durch ein weiteres geheimes Zusatzprotokoll auch noch Litauen zugeschlagen wurde.

Verbündete Molotow, Ribbentrop, Stalin: Friedenspakt mit Kannibalen

Unterhändler Woroschilow

Durchmarsch?

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