Das eigentliche Wunder - DER SPIEGEL
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Briefe

Das eigentliche Wunder
• aus DER SPIEGEL 12/1998
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Das eigentliche Wunder

Nr. 9/1998, Zeitgeschichte: Ein polnisch-jüdischer Überlebender preist einen Wehrmachtsoffizier als seinen Retter

Ihre Vornehmheit in allen Ehren, gegen Sippenhaftung sind wir alle; und doch scheint mir interessant zu sein, daß es sich bei dem von Ihnen erwähnten NS-Propagandisten Helmut Gauweiler ("Polen war seit je her der jüdische Sumpfquell") um den Onkel des Münchner CSU-Vorsitzenden Peter Gauweiler handelt, nicht zu verwechseln mit dem Vater Otto, der als Hauptstellenleiter im Reichsrechtsamt der NSDAP zu Diensten war.

HAMBURG HORST TOMAYER

AUTOR UND TV-SERIENDARSTELLER

Daß es ein deutscher Soldat war, der dem jungen polnisch-jüdischen Musiker das Überleben ermöglichte, ist das eigentliche Wunder, denn es waren deutsche Besatzer, vor denen Szpilman sich verstecken mußte. Auch wenn der Antisemitismus der Polen die Schwierigkeiten vergrößerte. Erinnert sei daran, daß es in den Nazi-Jahren auch in Berlin Juden und Halbjuden im Untergrund gab, die ohne die Hilfe einiger Mitmenschen diese Zeit nicht überstanden hätten. Eine generelle Entlastung kann diese Tatsache allerdings nicht sein - dazu waren es zu wenige. Die Scham muß bleiben.

HAMBURG TRAUTE SACHS

Der Brahms-Brief über dem Flügel von Herrn Szpilman wurde 1872 geschrieben. Sütterlin ist 1865 geboren, »seine« Schrift hat er um 1912 aus der alten deutschen Schreibschrift entwickelt, mit geringfügigen Änderungen in den Auf- und Abstrichen. Erst um 1934 wurde »Sütterlin« versuchsweise an deutschen Schulen eingeführt - aber schon nach kurzer Zeit wegen »Verweigerung« von Schülern und Lehrern wieder aus dem Verkehr gezogen und durch die lateinische Schrift ersetzt.

KAISERSLAUTERN ADOLF GLASER

Der Leser hat recht. -Red.

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