Das große Schweigen - DER SPIEGEL
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Briefe

Das große Schweigen
• aus DER SPIEGEL 32/2000
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Das große Schweigen

Nr. 30/2000, Parteispenden: Kohl kauft sich frei

Das kann ja wohl nicht wahr sein, dass einer wie Herr Kohl nicht nur völlig schamlos das für alle gleich geltende Recht bricht, sondern sich nun auch noch von der Anwendung unserer Gesetze freikaufen kann. Wenn wir das zulassen, sind wir da, wohin Kohl im Begriff war, uns zu führen: in der käuflichen Bananenrepublik.

BERLIN THOMAS WOLF

Wenn ich sehe, wie Herr Kohl sich durch die konsequente Fortführung seiner Bimbes-Wirtschaft aus der von ihm selbst verursachten Affäre zieht und seiner gerechten Strafe entgeht, packt mich schlicht und ergreifend die kalte Wut. So bleibt mir lediglich die Hoffnung, dass dieser unerhörte und unerträgliche Vorgang im Langzeitgedächtnis der Gesellschaft schwerer wiegt als Kohls so genannte politische Verdienste; dann hätte ich wenigstens das Gefühl, dass zumindest ab und zu so etwas wie Gerechtigkeit existiert, nicht nur das Recht des Reicheren.

NÜRNBERG CHRISTIAN URBAN

Das Erstaunlichste bei dieser Angelegenheit ist das »große Schweigen« eines großen Teiles der Bevölkerung zur Einstellung des Verfahrens gegen Kohl. Allerorten wird der »Werteverlust« der »Jugend von heute« beklagt. Von wem sollen junge Menschen denn Werte lernen? Von »Vorbildern« wie Kohl vielleicht? Oder von uns Erwachsenen, die mehrheitlich Kohls Vergehen durch Schweigen billigen?

FREIBURG DR. STEPHAN MARKS

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