»Das tut weh« - DER SPIEGEL
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FERNSEHEN »Das tut weh«

• aus DER SPIEGEL 42/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Marc Conrad, 42, Chef der TV-Produktionsfirma Typhoon, über erfolgreiche Serien und mutlose Sender -------------------------------------------------------------------

SPIEGEL: Sie sind in einem für Produzenten einmaligen Dilemma: Ihre ambitionierte Psychiatrieserie »Die Anstalt« auf Sat.1 verliert den Quotenkampf ausgerechnet gegen Ihre eigene, gleichzeitig auf RTL laufende Polizeiserie »Abschnitt 40«. Tut das nicht weh?

Conrad: Sicher tut das weh. Aber die Sender haben die für sie besten Sendeplätze ausgewählt.

SPIEGEL: Warum haben Sie nichts gegen die parallele Ausstrahlung unternommen?

Conrad: Wir haben das erst sechs Wochen vorher erfahren. Da kann man auch nichts dagegen machen, so groß ist der Einfluss auf die Sender nicht.

SPIEGEL: Nach einem Start auf gleicher Quotenhöhe bricht »Die Anstalt« inzwischen ein. Woran liegt's?

Conrad: RTL kommt als Marktführer mit durchschnittlich höheren Quoten in direkten Konkurrenzsituationen immer besser weg. Der Sender hat ja auch die geringsten Schwankungen bei den Zuschauerzahlen. Bei anderen Sendern mit weniger Stammsehern sind die Quotenschwankungen größer. Bei Sat.1 etwa geht es viel stärker hoch und runter.

SPIEGEL: Liegt es nicht eher an der Thematik der Serien? Geschichten über psychisch Kranke sind nicht gerade leichter Stoff.

Conrad: Man muss auch sehen, dass »Abschnitt 40« jede Woche eine abgeschlossene Episode liefert. »Die Anstalt« dagegen ist eine langfristig angelegte, auf Charaktere zugeschnittene Serie. Da müssen die Zuschauer die Figuren erst einmal kennen lernen. Und sicher dauert es eine Weile, sich mit dem Thema Psychiatrie anzufreunden.

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