Guantanamo-Häftlinge Klage gegen US-Regierung
Washington - Ohne rechtliche Kontrolle könne die Regierung die 660 zumeist in Afghanistan verhafteten Gefangenen "einfach vergessen, in der vergeblichen Hoffnung, die Welt könnte das auch tun", hieß es in dem Antrag. Die Gefangenen, denen eine Unterstützung der al-Qaida oder der Taliban vorgeworfen wird, werden in Guantanamo auf Kuba verhört. Viele von ihnen haben seit 18 Monaten keinen Kontakt zur Außenwelt, weder zu ihren Familien noch zu Anwälten. Mehr als 30 Häftlinge haben nach Angaben der US-Streitkräfte versucht, sich das Leben zu nehmen.
Ein Berufungsgericht in Washington hatte bereits erklärt, die Gefangenen hätten kein Anrecht auf Anhörungen vor US-Gerichten, da sie Ausländer seien und sich nicht auf amerikanischem Staatsgebiet aufhielten - Guantanamo liegt an der Ostspitze von Kuba. Der Oberste Gerichtshof wird wahrscheinlich im Herbst entscheiden, ob er die Klage annimmt. Eine frühere Klage in Zusammenhang mit der Behandlung der Häftlinge auf Guantanamo wurde abgewiesen. Die Gefangenen werden vertreten von Michael Ratner, dem Präsidenten des Zentrums für Verfassungsrechte (Center for Constitutional Rights) in New York.