Deckname Stubenmädchen - DER SPIEGEL
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USA Deckname Stubenmädchen

• aus DER SPIEGEL 18/2003
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Ein neuer Skandal erschüttert die Spionageabwehr der amerikanischen Bundespolizei FBI. Nach einer langwierigen internen Untersuchung wurden vor kurzem die mutmaßliche Top-Spionin Katrina Leung und ihr inzwischen pensionierter Agentenführer James Smith verhaftet. Leung, 49, gebürtige Chinesin und erfolgreiche Geschäftsfrau in Los Angeles, hatte das FBI mehr als zwei Jahrzehnte mit Material über ihre chinesischen Handelspartner versorgt. Wann immer offizielle Delegationen aus China in der kalifornischen Metropole weilten, zählte Leung zu den Organisatoren oder gab Empfänge für die Gäste. Das FBI schätzte seine Informantin so hoch, dass es ihr über die Jahre 1,7 Millionen Dollar zahlte. Der Dienst war zuletzt vornehmlich am Einfluss interessiert, den aus China gebürtige Geschäftsleute auf die US-Politik zu nehmen suchten - indem sie den großen Parteien Geldspenden zukommen ließen, vor allem unter der Regierung Clinton. Diese Operation brach jedoch vor drei Jahren zusammen - vermutlich auf Grund von Informationen, die Leung in die andere Richtung weitergab: Die wendige Dame soll zugleich für den chinesischen Geheimdienst gearbeitet haben. Das ganze Ausmaß der Affäre kam erst jetzt heraus: Smith, 59, hatte jahrelang eine Affäre mit Leung (Agentenname: »Stubenmädchen") - das Geheimmaterial, das sie Peking zuspielte, beschaffte sie sich offenbar von ihrem Liebhaber. FBI-Chef Robert Mueller räumte jetzt »Management-Fehler« ein.

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