DEHIO - DER SPIEGEL
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Briefe

DEHIO
• aus DER SPIEGEL 12/1956
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DEHIO

Schon immer hat es mich gefreut, daß Sie keine Furcht vor der Kritik an Ihrer Arbeit haben und, ohne sich selbst zu schonen, auch Ihre Gegner zu Wort kommen lassen. Besonders fruchtbar aber scheint mir diese Fairneß dann zu werden, wenn nicht nur Herr Müller oder Meier seine Ansichten äußert, sondern der Angegriffene selbst zur Feder greift. Ist es wie im Falle Dehio ein in seinem Beruf angesehener und verdienter Mann - um so besser, um so mehr wird seine Stimme Gewicht haben.

Der Historiker und Marburger Archivdirektor Professor Dr. Ludwig Dehio kann für sich nicht nur ein langes, erfahrungsreiches Leben (1888 geboren, Sohn des 1932 verstorbenen bekannten Kunsthistorikers Georg Dehio) ins Feld führen - für seine Berufung, im Streit der politischen Meinungen das Wort zu ergreifen, spricht vor allem folgendes:

Die Nahtstelle zwischen Geschichtswissenschaft und Politik ist das Hauptthema aller seiner Veröffentlichungen, seitdem er vor acht Jahren mit seinem Werk »Gleichgewicht oder Hegemonie« zum erstenmal Aufsehen erregte und von da an unablässig mahnte, der »Historie auch außerhalb des begrenzten Zirkels der Fachwelt eine echte Aufgabe auf dem Forum der öffentlichen Meinungsbildung« zuzubilligen ...

Tübingen

WOLFGANG PERNER

Ludwig Dehio

Georg Dehio

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