MODERNES LEBEN Deix total
Fette Schwabbelfiguren, die feist grinsen und jeder Perversion fähig sind - so porträtiert der Wiener Zeichner Manfred Deix, 39, seine Landsleute. Auf die Dauer sind ihm allerdings die Zeitschriften-Cartoons, mit denen er berühmt geworden ist, »zu kurzlebig«. Er möchte, daß diese Rasse ohne Scham und Charme einen festen Platz in jedem Heim findet. Deshalb gründete er die Firma »Deix Productions«, die - vorerst? - Europa mit dauerhaften Produkten aus dem Bereich der »Deixkunst« beglücken soll. Geplant sind eine Wanderausstellung (vom Sommer 1989 an), T-Shirts mit dem Konterfei des Papstes oder des neuen alpenländischen Maskottchens »Ugly Austrian«, Plastikuhren, Gartenzwerge und fünf Minuten lange Zeichentrickfilme aus der Wiener Unterwelt. Den Anfang der Deix-Welle macht ein Wandkalender (29 Mark) mit »12 erfrischenden Machwerken aus Meisterhand« und dazu passenden Sinnsprüchen, die Deix bei seiner Motivforschung aufgegabelt haben will. Im Mai ("Hochzeitstag") wird der vergessene Wiener Heimatdichter Josef Wurst zitiert: »Das Bumsen ist das Schweinsbratel des armen Mannes.«