DEM EINEN RECHT - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 36 / 58

Briefe

DEM EINEN RECHT
• aus DER SPIEGEL 17/1959
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

DEM EINEN RECHT

Brachten Sie den Artikel über die Pensionsansprüche des ehemaligen NS-Oberbürgermeisters von Offenbach, Dr. jur. Schranz, eigentlich aus Mangel an Stoff oder aus dem sadistischen Vergnügen, Öl ins Feuer zu gießen?

Man kann die Schuld an den bewußten zwölf Jahren nicht einem relativ kleinen Teil von Menschen aufbürden ... und sie stellvertretend für das Großdeutsche Volk nach wie vor deklassieren. Warum soll Dr. Schranz keine Pension bekommen? Damals wie heute galt der Kampf dem Kommunismus und Bolschewismus. Konnten die Beamten jener Zeit wissen, wohin der Weg führt? Die heutigen wissen es ebensowenig. Sollte deren Laufbahn jedoch einmal jäh enden wie die unsere 1945, dann dürfte eine Ent-CDUisierung überflüssig sein.

Düsseldorf KURT WALTER

In Ihrer letzten Ausgabe berichten Sie über die Pensionsforderungen des Herrn Schranz. In einer Fußnote fügen Sie hinzu, daß ebenfalls der »ehemalige Reichsbauernführer und SS -Gruppenführer«

Meinberg eine Pension erhalte. Hierzu möchte ich Ihnen mitteilen: Ich war von 1933 bis 1937 Stellvertreter des Reichsbauernführers. Ich habe keine Pensionsansprüche, niemals

eine Pension beantragt, niemals einen Pfennig erhalten. Die Meldungen der Tagespresse, auf denen Sie offensichtlich fußen, sind ein Ammenmärchen.

Hannover WILHELM MEINBERG

Vorsitzender der DRP

Ihren Artikel über meinen Rechtsstreit mit der Stadt Offenbach habe ich mit begreiflichem Interesse gelesen. Angesichts des Echos, das Ihre Darstellung im Kreise meiner Freunde und Bekannten, aber auch bei völlig fremden Menschen hervorgerufen hat, fällt es mir leicht, auf eine Erwiderung ... zu verzichten. Dagegen möchte ich nicht versäumen, Ihnen für den Hinweis auf ein von mir bisher übersehenes Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zu danken. Es wird mir beim Prozeß sicher noch von Nutzen sein.

Bonn DR. HELMUTH SCHRANZ

MdB

Solche Frechheiten und Forderungen dem Steuerzahler gegenüber gibt es nur in Germanien.

Aalen (Württ.) GERHARD ZIEGELE

Meinberg

DP-MdB Schranz

Zur Ausgabe
Artikel 36 / 58