Demonstration
(Nr. 44/1971, Verbrechen)
Noch im Juli dieses Jahres schrieben Sie anläßlich des Todes Petra Schelms »um Thema »Gewalt, die Gewalt erzeugt« (Nr. 30/1971, Das letzte Gefecht) einen kritischen und niveauvollen Kommentar. Jetzt beschränken Sie sich fast ausschließlich auf die Schilderung des Tat-Hergangs, und das in einer Form, die jedem Boulevardblatt zur Ehre gereichen würde. Einen brutalen. rechtswidrigen Eingriff der Polizeiorgane in die Grundrechte der Beschuldigten erwähnen Sie beiläufig am Schluß.
Hamburg KLAUS RÜHLE
Mit Bedauern und Besorgnis habe ich bislang Ihre Kommentare zu den Verbrechen der Baader- Meinhof-Gruppe gelesen. Diese Berichte zeugen eindeutig für Ihre Sympathie zu dieser Gruppe, und somit war ich gespannt auf die Reaktion des SPIEGEL zu diesem letzten Verbrechen in Hamburg. Auch dieser neue Mord konnte Ihre Einstellung nicht ändern. Sie leisten weiterhin Schützenhilfe. Ich habe bestimmt nicht erwartet, daß Sie nur ein Wort des Mitleids für die Hinterbliebenen dieses Opfers erwähnten, aber daß Sie weiterhin so einseitig tendenziös berichten, ist erschreckend.
München H. WAGNER
Das Photo, das Margrit Schiller im Würgegriff der Polizisten zeigte, ist eine Entwürdigung der Rechtsstaatlichkeit schlechthin. Um so beschämender ist es, daß die Journalisten fleißig knipsten, anstatt demonstrativ die Konferenz zu verlassen, beschämend und zugleich beängstigend die Gleichgültigkeit der Bevölkerung.
Salzgitter (Nieders.) MARGRET SCHNEIDER
Viele Hunde sind des Hasen Tod. Jede Kreatur wehrt sich, sobald sie in die Enge getrieben wird. Sind aus diesem Grunde die Schüsse des Unbekannten verwunderlich?
Frankfurt SIEGFRIED BAHN