Depression - DER SPIEGEL
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Depression

• aus DER SPIEGEL 27/1952
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Auf der Lissaboner NATO-Konferenz war den Franzosen zugesagt worden, daß die USA bis zum 30. Juni sogenannte »off shore-Käufe« im Werte von 200 Millionen Dollar vornehmen würden: Die USA wollten Flugzeuge, Motoren, Jeeps, Lkw, andere Fahrzeuge und Funkmaterial französischer Produktion in Frankreich bezahlen Pleven erklärte darauf in der April-Debatte über das Rüstungsbudget: »Das Budget erlaubt nur die Ausrüstung von 10 Divisionen, zwei weitere, die zur Erfüllung des Europaarmee-Solls dienen, kommen auf Konto der amerikanischen 'off shore-Bestellungen'.« Jetzt hat nun Amerikas Bevollmächtigter William H. Draper bekanntgegeben, daß

* erstens die Auftragsvergebung bis zum 30. 6. unmöglich gewesen sei und

* zweitens mit erheblichen Abstrichen gerechnet werden müsse.

Gründe:

* Die Franzosen haben im Baustadium an modernen Flugzeugen nur den Mistral-Jäger. Dieses Modell wird von der US-Airforce als veraltet abgelehnt.

* Amerikanische Industriekreise sagen einen »mild bust«, eine kleine Depression, voraus. Die Angst des Jahres 1951, nicht liefern zu können, ist der Angst gewichen, abends leere Auftragsbücher fortzuschließen. Nach der Parole »Charity begins at home« will man für die 200 Millionen »off shore«-Dollar lieber selber produzieren. Besonders Kreise um Taft und der Verband der Handelskammern haben sich für die Einschränkung von »off shore«-Käufen stark gemacht.

* Die amerikanischen Gewerkschaften AFL und CIO forderten, die Millionen-Aufträge sollten im Lande bleiben. Die CIO, die bei allen demokratischen Präsidentschaftskandidaten starken Einfluß hat, sprach sich grundsätzlich gegen jeden größeren Rüstungsauftrag im Ausland mit amerikanischem Geld aus.

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