Der beste Schuldner - DER SPIEGEL
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Der beste Schuldner

Das von der SPD mit Hilfe der PDS regierte Sachsen-Anhalt hat sich am globalen Finanzmarkt einen guten Ruf erworben.
• aus DER SPIEGEL 9/2000
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Im Büro von Ministerialrat Axel Gühl, dem Schuldenmanager des Magdeburger Finanzministeriums, wird täglich global gehandelt, per Telefon und Internet. »Die Konkurrenz gerät mit dem Euro immer härter«, schwante ihm schon früh. Seine Wettbewerber sitzen in den Provinzbehörden Spaniens oder Frankreichs.

Der innovationshungrige Beamte, der einst bei den Kreditexperten des Bonner Finanzministeriums anfing, hat das in rot-roter Allianz geführte Bundesland zum weltweit bekannten Schuldner aufgebaut. Als erster ostdeutscher Länder-Finanzmanager bestellte er bei der US-Agentur Standard & Poors ein Rating, das dem Land die Qualität »AA-» bescheinigte, weniger zwar als die üblichen »Triple-A« für den Bund oder Bayern, aber jetzt »weiß der Markt, wo wir stehen«. Mehrmals im Jahr reist Gühl zu den wichtigsten Finanzplätzen, um in so genannten Roadshows den Anlegern Sachsen-Anhalts Finanzpläne zu erläutern. Seitdem sind seine Papiere weltweit gefragt. Selbst Chinas

Zentralbank hat Magdeburger Anleihen im Portfolio.

Die PR kommt in der Finanzbranche blendend an. Das Fachblatt »Euroweek« stellte Sachsen-Anhalt als eine der »wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands« auf eine Stufe mit Bayern. Mitte Januar verlieh die »International Financial Review« Gühl und seinem Chef, dem Staatssekretär Karl-Peter Schackmann-Fallis, bei einem Gala-Dinner in London den Preis für den »besten regionalen Kreditnehmer« des Jahres.

Die Annahme, dass die Finanzmärkte jene loben, an denen sie am besten verdienen, weist Gühl zurück: »Wir haben schlechtere Ausgangsbedingungen als alle anderen und müssen trotzdem nicht mehr zahlen.« Dabei helfen ihm eher knifflige Instrumente wie Swaps und Futures.

So kaufte er schon im vergangenen August einen Kontrakt, der ihm niedrige Zinsen für eine Anleihe sichert, die er erst in diesem Frühjahr aufnehmen muss. »Das ist hier eben keine Verwaltungs-, sondern eine Managementaufgabe«, begeistert sich Gühl, »das werden auch andere erkennen müssen.«

* Mit Staatssekretär Karl-Peter Schackmann-Fallis Mitte Januarin London.

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