Der Börsenzauber der Fernsehfee - DER SPIEGEL
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WERBUNG Der Börsenzauber der Fernsehfee

• aus DER SPIEGEL 46/2000
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Mit einem lange angekündigten Börsengang will die Koblenzer Unternehmerin Petra Bauersachs ihren Kampf gegen die etablierte Fernsehwelt weiterführen. Von Donnerstag dieser Woche an werden Aktien ihrer Firma Telecontrol (TC) am geregelten Markt in Frankfurt gehandelt. Für die angebotenen rund 30 Prozent der Firmenanteile will sie über neun Millionen Mark kassieren - um so den Verkauf des Hausprodukts »Fernseh-Fee« anzukurbeln. Für knapp 400 Mark und eine monatliche Gebühr von vier Mark können Zuschauer mit diesem TV-Zusatzgerät ein werbefreies Programm empfangen. Bei Beginn von Werbeblöcken wird auf einen anderen - spotfreien - Sender umgeschaltet; und bei Videoaufzeichnungen taucht generell keine TV-Reklame auf. Gegen die Innovation haben die Privatsender Sat.1, RTL und Vox seit 1999 ohne endgültigen Erfolg geklagt - durch die Prozesse aber habe das Geschäft gelitten, sagt Bauersachs. 1999 setzte TC gerade mal 150 000 Mark um, dieses Jahr will sie im Weihnachtsgeschäft mit 15 Mitarbeitern rund 1,5 Millionen Mark schaffen. Die 29-jährige Kauffrau klagt über dubiose »Gegenmaßnahmen« gegen ihre Kleinfirma: Dreimal seien die Reifen ihres Autos aufgeschlitzt worden, einmal hätten Einbrecher in ihrer Firma alle elektronischen Anlagen zertrümmert. Mit ihrer Geschäftsidee wird die Koblenzerin freilich nicht lange allein bleiben: Großunternehmen wie Philips wollen die in den USA erfolgreichen - ebenfalls die Werbung ausblendenden - »Persönlichen Digitalen Videorekorder« schnell auf den Markt bringen.

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