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Briefe

DER GENERAL
• aus DER SPIEGEL 4/1959
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DER GENERAL

Ihre Bedenken gegen den Vorschlag, einen ehemaligen Wehrmachtsgeneral zum Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages zu erwählen, sind nur zu einleuchtend. Die Institution des Wehrbeauftragten ist erst dann sinnvoll, wenn dem Träger dieses Amtes von allen Soldaten der Bundeswehr, gerade auch von den einfachen Soldaten, uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht wird. Wird eben dieser einfache Soldat nicht davor zurückschrecken, sich »vertrauensvoll« an einen ehemaligen General zu wenden?

Limburg (Lahn) PAUL LENNARTZ

Über das Fehlen eines Wehrbeauftragten habe ich nie »frohlockt«. Im Gegenteil. Einem bekannten Publizisten gegenüber habe ich allerdings geäußert: »Der Wehrbeauftragte? Verpaßt. Die Sache ist zu lange hingelogen. Leider! Aber wir haben ja seit Andernach einen anderen Wehrbeauftragten, nämlich die Presse. Die steckt ihre Nase in alles rein. Das ist gut so. Die Wehrexperten der großen Zeitungen verfügen heute gottlob über ein militärisches Wissen, um das sie mancher Soldat beneiden kann.«

Bonn GERD SCHMÜCKLE

Oberstleutnant

Pressereferent

im Bundesministerium für verteidigung Den Artikel »Wehrbeauftragter« in Nummer 52/1958 schließen Sie ab mit einem Zitat: »Es war klar, daß die Plazecks und Himmelstoß' nicht gleich in den ersten Tagen der Bundeswehr aufs neue ihr Maul aufreißen würden. Ihre Stunde kommt erst, wenn sie eines Tages merken sollten, daß ihr Typ wieder gefragt oder zumindest... geduldet ist.« Von wem geduldet? Doch nur vom Truppenoffizier, der damit seine Dienstaufsichtspflicht aufs gröblichste verletzt. Den berüchtigten »Schleifer« gibt es nur in der Einheit, deren Kompaniechef ein »Schläfer« ist, also bei allen Vorkommnissen beide Augen zudrückt.

Nürnberg FRITZ SCHMIDT

ehemal. Zwölfender der Reichswehr

Es könnte auch Herr von Grolman durchaus der geeignete Mann für diesen Posten sein. Trotzdem ist schon der optische Eindruck auf uns Bundesbürger verheerend, als Bewahrer der Grundrechte vor den Übergriffen der Militärs einen ehemaligen Militär und gar einen General zu wissen. Solche Experimente lasse man lieber! Auf einen solchen Posten gehört ein Zivilist, der die Bundeswehr bestenfalls als notwendiges Übel betrachtet.

Speyer GERHARD HEIDGER

Schmückle

von Grolman

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