Der Historikerstreit - DER SPIEGEL
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Der Historikerstreit

• aus DER SPIEGEL 22/1994
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wurde durch einen Vortrag des Berliner Historikers Ernst Nolte, 71, ausgelöst, den er 1986 bei den Frankfurter Römerberg-Gesprächen halten wollte und nicht durfte. Unter der Überschrift »Vergangenheit, die nicht vergehen will« erschienen seine Thesen statt dessen in der Frankfurter Allgemeinen. Nolte relativierte die nationalsozialistischen Greueltaten: »War nicht der ,Archipel Gulag' ursprünglicher als Auschwitz? War nicht der ,Klassenmord' der Bolschewiki das logische und faktische Prius des ,Rassenmords' der Nationalsozialisten?« Der Frankfurter Soziologe Jürgen Habermas warf daraufhin in der Zeit konservativen Historikern - neben Nolte auch Andreas Hillgruber - vor, ein revisionistisches Geschichtsbild von der NS-Zeit zu malen und die »Hypotheken einer glücklich entmoralisierten Vergangenheit abzuschütteln«. Nolte hält, unbeirrt und unbeirrbar, daran fest, den Nationalsozialismus in seiner angeblich verkannten »Größe« und »Tragik« verständlich zu machen.

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