Der inspirierte Enkel - DER SPIEGEL
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POLITIKER Der inspirierte Enkel

• aus DER SPIEGEL 45/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei seiner Regierungserklärung am vorigen Dienstag hat sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) offenbar bei einem seiner Amtsvorgänger bedient, nämlich bei Willy Brandt. Der hatte am 18. Januar 1973 das Programm seiner Koalition so überzeugend vorgetragen, dass sich sein politischer Enkel nun von einigen Passagen deutlich inspirieren ließ.

Schröder:

Innovationen, wie wir sie uns vorgenommen haben, brauchen ... einen langen Atem.

Denn das ist der Maßstab unserer Politik: Sie hat sich im Alltag der Menschen zu bewähren.

Es ist jetzt nicht die Zeit, immer nur neue Forderungen zu stellen, ohne zu neuen Leistungen bereit zu sein.

Mehr Wachstum und mehr Produktion bedeuten nicht automatisch mehr Freiheit für den Einzelnen. Für uns ist Lebensqualität mehr als Lebensstandard, mehr als Konsum- oder Einkommensniveau.

Lebensqualität hat mit Freiheit zu tun. Freiheit, das heißt: Freiheit von Angst und Not.

Brandt:

Reformen in den Dimensionen, die wir für die Entwicklung in unserem Lande geöffnet haben, brauchen einen langen Atem.

So unterstelle ich die Aufgaben meiner Regierung bewusst der Forderung nach der Bewährung im Alltag.

Wer nur neue Forderungen stellt, ohne zu neuen Leistungen bereit zu sein, wird der Lage, auch der eigenen Interessenlage, nicht gerecht.

Mehr Produktion bedeutet aber noch nicht automatisch mehr Freiheit für den Einzelnen. Lebensqualität ist mehr als Lebensstandard.

Die Qualität des Lebens ... heißt für uns: Freiheit, auch Freiheit von Angst und Not, Sicherheit auch durch menschliche Solidarität.

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