DER MÜNCHHAUSEN-TEST - DER SPIEGEL
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DER MÜNCHHAUSEN-TEST

Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), am 25. Juli in der »Süddeutschen Zeitung«
• aus DER SPIEGEL 31/2008
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DIE FAKTEN

Zu den Voraussetzungen für die Erteilung einer Bundesliga-Lizenz zählt seit 2002 der Betrieb eines Leistungszentrums für Jugendliche. Die Vereine haben sich diese Verpflichtung seinerzeit selbst auferlegt, um die im europäischen Vergleich rückständige Nachwuchsarbeit zu verbessern. Dazu wurde zum Teil erheblich in die Erweiterung des Trainerstabs, in neue Sportanlagen und Gebäude für Internate investiert. Die Gesamtaufwendungen für den Jugendbereich sind von Club zu Club unterschiedlich. Im Schnitt betrugen sie in der Saison 2006/07 pro Verein knapp 2,5 Millionen Euro, insgesamt also etwa 44 Millionen Euro. Gemessen an den Gesamtausgaben der Bundesliga von fast 1,35 Milliarden Euro sind es lediglich 3,26 Prozent.

DER TEST

Theo Zwanziger suggeriert, die Bundesliga-Vereine müssten künftig etwa bei Zwölfjährigen aus Sparnot Mannschaften ; oder sie könnten die älteren Jahrgänge nicht mehr erfolgreich auf eine Profikarriere vorbereiten. Die Erfahrung lehrt das Gegenteil: Jeder Zuwachs der Vermarktungseinnahmen führte in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem zu einer Steigerung der Fußballergehälter. Seit 2004 stiegen die Erlöse der 18 Bundesliga-Clubs aus den Medienrechten von 291 Millionen Euro auf 480 Millionen Euro (2007). Die Ausgaben für den Nachwuchsfußball wuchsen nicht entsprechend - sie sanken sogar um 34 000 Euro.

FAZIT

Stufe drei auf der Münchhausen-Skala für DFB-Präsident Theo Zwanziger.

leicht übertrieben

ziemlich übertrieben, Fakten bleiben unberücksichtigt

Widersprüche und erhebliche faktische Fehler

richtig falsch

MÜNCHHAUSEN-SKALA

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