DER MÜNCHHAUSEN-TEST - DER SPIEGEL
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DER MÜNCHHAUSEN-TEST

Landesschulministerin Barbara Sommer (CDU) über die nordrhein-westfälischen Ergebnisse beim Pisa-Ländervergleich
• aus DER SPIEGEL 48/2008
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DIE FAKTEN

Die rot-grüne Landesregierung Nordrhein-Westfalens wurde Mitte 2005 von einer CDU-FDP-Koalition abgelöst. Die schwarz-gelbe Regierung sorgte für einige schulpolitische Neuerungen, insbesondere für ein geändertes Schulgesetz. Es trat im Sommer 2006 in Kraft. In der aktuellen Pisa-Studie, die in der vergangenen Woche vorgestellt wurde, haben nordrhein-westfälische Schüler in allen drei untersuchten Bereichen bessere Ergebnisse erzielt als zuvor. Die jüngste Studie basiert auf Tests im April und Mai 2006. Bereits in der vorherigen Pisa-Runde hatten sich die nordrhein-westfälischen Schüler in Mathematik und Naturwissenschaften verbessert und beim Lesen den Leistungsstand gehalten.

DER TEST

Als die Schüler für die aktuelle Pisa-Studie getestet wurden, war Barbara Sommer noch nicht einmal ein Jahr im Amt. Da schulpolitische Maßnahmen normalerweise erst langfristig Wirkung entfalten, ist es höchst fragwürdig, die besseren Ergebnisse auf den Regierungswechsel zurückzuführen. Das neue Schulgesetz, die wichtigste schulpolitische Maßnahme der neuen Landesregierung, ist sogar erst nach dem jüngsten Test in Kraft getreten. Die Änderungen können sich nicht auf die Pisa-Ergebnisse ausgewirkt haben. Einen von der Ministerin behaupteten Abwärtstrend unter der rot-grünen Regierung gab es bei den Messungen der Jahre 2000 und 2003 nicht.

DAS FAZIT

Die besseren Pisa-Ergebnisse der nordrhein-westfälischen Schüler sind weder ein Verdienst von Ministerin Barbara Sommer noch eines der schwarz-gelben Landesregierung.

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