DER MÜNCHHAUSEN-TEST - DER SPIEGEL
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DER MÜNCHHAUSEN-TEST

Erwin Huber, CSU-Vorsitzender, am 27. Juli in einem Interview über Atomstrom mit »Bild am Sonntag«
• aus DER SPIEGEL 32/2008
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DIE FAKTEN

Das Öko-Institut hat sich vor einem Jahr umfassend mit dem CO2-Ausstoß verschiedener Energieformen beschäftigt. Danach werden beim Bau und Betrieb von deutschen Kernreaktoren rund 32 Gramm Kohlendioxid je Kilowattstunde freigesetzt, deutlich weniger als bei der Stromproduktion aus Braunkohle (1153 Gramm) oder Gas (428 Gramm). Noch besser ist die CO2-Bilanz allerdings bei Windkraftanlagen (24 Gramm) oder Solarzellen, jedenfalls dann, wenn sie in sonnenreichen Ländern wie Spanien (27 Gramm) installiert sind. Wichtigster Rohstoff für die Kernenergie ist Uran. Das radioaktive Metall wird in Deutschland jedoch nur noch im sächsischen Königstein abgebaut. Dort wird jedes Jahr die vergleichsweise winzige Menge von 38 Tonnen gewonnen. Rund 2700 Tonnen Natururan kommen dagegen aus Ländern wie Kanada, Australien oder Russland.

DER TEST

Beim Bau und Betrieb von Atomkraftwerken wird mehr Kohlendioxid produziert als bei Anlagen für Sonne oder Wind. Atomstrom ist also keineswegs CO2-frei. Beim Reaktoren-Rohstoff Uran ist Deutschland nicht weniger vom Ausland abhängig als bei Gas oder Öl, wenngleich die Lieferungen überwiegend aus politisch stabilen Ländern des Westens stammen. Von einer »heimischen Energiequelle« kann dennoch keine Rede sein.

FAZIT

Stufe 3 auf der Münchhausen-Skala für den CSU-Vorsitzenden Erwin Huber.

leicht übertrieben

ziemlich übertrieben, Fakten bleiben unberücksichtigt

Widersprüche und erhebliche faktische Fehler

richtig falsch

MÜNCHHAUSEN-SKALA

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