Bundeswehr Der Ruf wird besser
Seit die Bundeswehr Ende Juni den Marschbefehl für den Balkan-Einsatz erhielt, wächst unter den Deutschen die Zustimmung zu Out-of-area-Aktionen. Zur Freude des Bonner Verteidigungsministeriums begrüßten im September mehr als zwei Drittel der Bundesbürger Blauhelm-Einsätze der Bundeswehr. Noch im Juni war nur knapp die Hälfte (48 Prozent) dafür. Auch die Zahl der Befürworter einer Teilnahme an »militärischen Aktionen im Rahmen der Uno«, sprich Kampfeinsätzen, kletterte laut Emnid-Umfragen stetig - von nur 30 Prozent im Juni auf mehr als 50 Prozent im Oktober. Wegen der überraschend positiven Ergebnisse will das Ministerium nun seine Werbestrategie ändern. Künftig sollen Freiwillige verstärkt mit den »neuen Aufgaben« in allen Teilen der Welt zur Truppe gelockt werden. 1996 müssen 5000 Unteroffiziersposten mit Wehrpflichtigen besetzt werden, weil trotz wachsender Akzeptanz der Streitkräfte die Bereitschaft zum Dienen sinkt: »Bundeswehr ja, aber ohne mich«, heißt es in einem internen Papier der Hardthöhe, sei weiterhin eine »verbreitete Haltung«.