Der Wahnsinn nach dem Wahnsinn - DER SPIEGEL
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Briefe

Der Wahnsinn nach dem Wahnsinn
• aus DER SPIEGEL 8/2001
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Der Wahnsinn nach dem Wahnsinn

Nr. 6/2001, BSE: Die Empörung über die Massenschlachtung von Rindern

Es ist ja fast wie immer: Großunternehmen machen gnadenlos Profite, und wenn's schief geht, darf der Verbraucher die Zeche zahlen. Es waren weder die Bauern noch die Verbraucher, die kranke und verseuchte Tiere zu Tiermehl verarbeitet haben. Es war die Futtermittelindustrie, die entschieden hat, auch verseuchte Tiere wieder in die Nahrungskette zu bringen. Ein normaler Betrieb hätte keine Möglichkeit, sich so aus der Verantwortung zu ziehen. Es ist erschreckend, dass Firmen ab einer bestimmten Kapitalmasse aus der Verantwortung genommen werden.

HAMBURG ANDREAS ROEDER

Jetzt wissen wir endlich, wer Schuld an der BSE-Krise hat. Nicht etwa die Briten, weil sie schlampig auf die ersten BSE-Fälle reagiert haben. Oder die Multis, weil sie wegen Marktanteilen die Preise haben purzeln lassen. Nein, wir Verbraucher sind es, wir haben die niedrigen Preise »gefordert«, und da blieb nichts anderes übrig, als zu pfuschen.

BERLIN GERHARD STRUCK

Bravo! Das haben die deutschen Medien wieder toll hinbekommen. Nur diese konnten nämlich die übertriebenen Gerüchte über BSE verbreiten und so die Massenhysterie erst richtig entfachen. Objektive Aufklärung mit wissenschaftlichen Beweisen, verbunden mit der Bereitstellung von ausreichenden EU-Forschungsmitteln, wären angebrachter statt dieser sinnlosen Massentötungen von überwiegend gesunden Rindern und der Gefährdung von Zehntausenden Arbeitsplätzen in der deutschen Ernährungs- und Lederindustrie. Außerdem sollte uns in dieser Krise klar werden, dass Fleisch nicht der tagtägliche »billige Jakob« sein darf.

STUTTGART THOMAS SCHMIDT

Haben einige Rinder was im Hirn oder all diejenigen, die den Markt »entlasten« wollen? Zwei Millionen Tiere zu vernichten ist der Wahnsinn nach dem Wahnsinn. Es muss doch möglich sein, das Fleisch von Zigtausenden gesunden Rindern zu verwerten. Der Steuerzahler subventioniert die Überproduktion, jetzt soll er die »Marktbereinigung« bezahlen. Der EU-Zuschuss von 285 Millionen Mark allein für Deutschland stammt auch nur aus Steuergeldern. Eine radikale Änderung muss her, und das sofort!

GEHRDEN (NIEDERS.) GUNTHER OESKER

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