Deutlicher Einbruch
Nr. 43/2000, CSU: Wirtschaftsbosse düpieren Stoiber
Zu Ihrem Bericht über eine angebliche Abkühlung im Verhältnis von Bayerns Ministerpräsident Stoiber zur Wirtschaft möchten wir gern etwas klarstellen: So schreiben Sie, Herr Stoiber hätte zu einem Autogipfel nach München eingeladen, den dann die »Spitzenmanager einer nach dem anderen abgesagt« hätten. Richtig ist, dass der Ministerpräsident nach dem ersten Autogipfel 1995 einen neuen Autogipfel wegen des deutlichen Einbruchs bei den Kfz-Zulassungen bereits im Frühjahr vorschlug. Diesen Vorschlag hatte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie aufgegriffen und zu einem Autogipfel nach Berlin und nicht nach München eingeladen. Dieser Termin wurde später vom Verband wieder abgesagt, nachdem der Bundeskanzler nicht bereit war, an einem von jemand anderem als ihm selbst vorgeschlagenen Autogipfel teilzunehmen. Zu der Darstellung, dass Stoiber einen möglichst hohen Verkaufserlös für seine Viag-Anteile herausschlagen wollte, es ihm aber nicht gelungen sei, Zusagen zum Erhalt von Standorten auszuhandeln, sei angemerkt: In einem liberalisierten europäischen Energiemarkt mit freiem Wettbewerb anstelle früherer Gebietsmonopole sind dauerhafte Garantien für bestimmte Kraftwerkstandorte nicht mehr möglich.
MÜNCHEN MARTIN NEUMEYER BAYERISCHE STAATSKANZLEI