PRESSE Dicht dran
Eine gemeinsame private Urlaubsreise nach Italien mit dem Hamburger Umwelt- und Gesundheitssenator Peter Rehaag ist dem »Bild«-Politikredakteur Matthias Soyka zum Verhängnis geworden. Der Springer-Verlag stellte Soyka vorige Woche »mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres von seiner Arbeit frei«. Der Journalist war im September vom Flughafen Lübeck-Blankensee aus gemeinsam mit dem Politiker der Schill-Partei in einem Jet des Billigfliegers Ryanair nach Bergamo gereist. Als Spezialist in Sachen Schill hatte Soyka in der »Bild« zuvor regelmäßig wohlwollend über Rehaag berichtet - etwa über dessen heroischen Kampf zur Trockenlegung versumpfter Alsterwiesen oder über Rehaags Drogenpolitik. Schlagzeilen machte das Sonderverhältnis Soykas zum Hamburger Senat bereits bei der für viele überraschenden Berufung seiner Frau Anne zur Amtsleiterin der Justizbehörde. Die umstrittene Personalie wird derzeit vom Parlamentarischen Untersuchungsausschuss »Schwarzer Filz« untersucht. Nach dem Wochenendtrip mit dem Senator war das Maß nun offenbar voll - zumal Soyka seine Vorgesetzten, einem Verlags-Sprecher zufolge, nicht über die Reise informiert hatte. Nach den jüngst eingeführten Springer-Redaktions-Leitlinien hätte er dies tun müssen. Soyka selbst will sich zu dem »schwebenden Verfahren« nicht äußern.