»Die Sowjet-Union zwischen den Kriegen«
ist der Titel eines neuen Bildbands, für den die Prager Journalisten Daniela Mrazkowa und Vladimir Remes aus staatlichen sowjetischen Archiven und privaten Sammlungen 175 Photos der Jahre 1917 bis 1941 zusammengetragen haben, darunter viele bisher wenig bekannte Aufnahmen namhafter und anonymer Photographen.
Das jetzt in Deutschland erscheinende Buch (Stalling Verlag; 212 Seiten; 45 Mark) dokumentiert viel Aufbruchs- und Aufbauoptimismus nach siegreicher Revolution, kaum Schattenseiten des Lenin-Stalin-Reichs: Bauern bestaunen ihr erstes elektrisches Licht, S.163 damals zu Ehren Lenins »Iljitschs Glühbirne« genannt; eine Autofabrik feiert ihr erstes Produkt; auf dem Roten Platz in Moskau produzieren sich Turnmädel; in den mittelasiatischen Sowjet-Republiken wird die Ziviltrauung eingeführt (wenn auch die Braut dabei nach alter Sitte und dem Willen des Bräutigams noch verhüllt bleibt); Kolchosbauern fahren mit beflaggtem Traktor durch einen Triumphbogen zur Feldarbeit.
Zu den historisch bemerkenswerten »Bildern aus einer großen Zeit« (Vorwortautor Gerd Ruge) gehören auch Photos wie das von Lenin mit seiner Frau Nadeschda Krupskaja 1918 oder wie das der ehemaligen deutschen KP-Reichstagsabgeordneten Clara Zetkin 1925 unter anderen kommunistischen Veteranen auf dem Roten Platz.