Diego Marani,
47, spanischer Dolmetscher bei der Europäischen Kommission in Brüssel, vergnügt sich mit dem Kauderwelsch der Euro-Bürokraten und treibt es auf die Spitze. Zunächst nur zum Amüsement im Kollegenkreis, jetzt auch in einer Kolumne des belgischen Wochenmagazins »Le Soir illustré« kommentiert der Übersetzer das Tagesgeschehen in der von ihm erfundenen Kunstsprache »Europanto« - eine Mischung aus Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch. Marani, der sich nebenbei zum Direktor »De Europanto Instituto de Brico(Bastel)politik« befördert hat, läßt in seinem Neusprech selbst solche Probleme wie die Kosovokrise einfach klar und evident erscheinen. Textprobe: »De problems des Kossovo esse essentialmente zwei: primero, er esse tropo manige people there die speak de wrong lingua. Secundero, er est tropo manige people die esse aan seine platz nicht. After todo est handelt van zwei banale problemas where Belgica can seine preziosa experienza put aan el service des pax. De Europanto Instituto de Bricopolitik habe de question deepamente gestudied und eine logica soluzie gefounded.« Maranis »Lösung": »Aber wie speak serbo habe right aan eine belle car, eine richful haus und eine prestigieuze job. In de peripherial zone, ter contre, man must speak serbo, aber est allowed de write eine oder zwei postcards in albano aan seine amigos in der outlandos.«