Diese Woche im Fernsehen
Montag, 18. 3.
19.30 Uhr. ZDF. Betrifft: Fernsehen »Das Vertrauen ins Fernsehen als unbedingt glaubwürdiges Instrument« will TV-Journalist Helmut Greulich ("Was heißt hier dokumentarisch?") durch diese neue medienkritische Reihe erschüttern. Die erste Folge demonstriert Manipulationsmöglichkeiten beim Entstehen einer Reportage, die anschließend um 20.15 Uhr im ZDF-Wissenschaftsmagazin gezeigt wird.
20.15 Uhr. ARD. Report
Moderator: Franz Alt. Das Magazin will zeigen, warum »sich die CDU-Sozialausschüsse durch Biedenkopfs Neoliberalismus bedroht fühlen«. In einer Reportage über eine U-Boot-Fahrt durch den Skagerrak soll die psychische Belastung der Mannschaft demonstriert werden. Außerdem Filme über Husumer Bäuerinnen, die kommunalpolitisch aktiv werden, und über eine Münchner Bürgerinitiative für die gemeinsame Vorschulerziehung gesunder und behinderter Kinder.
20.15 Uhr. ZDF. Aus Forschung und Technik
Die Sendung befaßt sich noch einmal mit Uri Geller und »anderen von der Schulphysik nicht deutbaren Phänomenen« und stellt einen mit dem Benzin-Ersatz Methanol angetriebenen VW vor. Zu neuartigen Atomreaktoren, die nebenbei Kunststoff und flüssigen Treibstoff erzeugen, wird Forschungsminister Ehmke befragt.
21.00 Uhr. ARD. Ein Herz und eine Seele
Siehe Seite 54.
21.15 Uhr. ZDF. Spiel mit dem Schicksal (sw)
Ein typisches Beispiel für den »Spülstein-Realismus« des englischen Films in den 60er Jahren: Laurence Olivier (Photo) spielt einen resignierten Kleinstadt-Lehrer, den seine trunksüchtige Ehefrau (Simone Signoret, M.) und ein koketter Backfisch (Sarah Miles, r.) in die Krise treiben. Regie: Peter Glenville.
21.45 Uhr. ARD. Große Deutsche: Freud
Auf »Eckwerte der Freudschen Lehre« und »Atmosphärisches aus dem Professorenhaushalt« beschränkt sich Wilhelm Bittorf ("Der Krieg der Geschlechter") in seinem Essay über den Entdecker des Unbewußten, den er für »deutsch in einem viel nobleren Sinn« hält. Die Freud-Aussagen über Patriotismus ("Meine ganze Libido gehört Österreich- Ungarn"), seine anfängliche Prüderie gegenüber Frauen und den Alltag in seiner Wiener Praxis, über den -- so Freud-Sohn Martin -- »im Familienkreis nie gesprochen wurde«, sind mit großenteils unbekannten Privatphotos illustriert.
22.50 Uhr. ARD. Eine Stunde mit dir (sw)
Trotz Gala-Besetzung -- Maurice Chevalier und Jeanette MacDonald (Photo)
wurde Ernst Lubitschs »Sophisticated Comedy« (1932, Regieassistent: George Cukor) bislang nur selten gezeigt. Um »die Eleganz der Dialoge und Chevalier-Songs zu erhalten«, wird die Ausgrabung in Originalfassung mit deutschen Untertiteln gesendet.
Dienstag, 19. 3.
21.00 Uhr. ARD. Selbstbildnis Béatrice S.
»Abgründe einer gestörten Seele« soll dieses Porträt der alkohol- und tablettensüchtigen Schauspielerin Beatrice Schweizer aufzeigen (siehe Seite 148). 21.00 Uhr. West III. Bilder der Politik An Barzel- und Brandt-Porträts, von »Report München« im baden-württembergischen Landtagswahlkampf 1972 gesendet, soll »der Anspruch der politischen Magazine hinsichtlich ihrer Ausgewogenheit« persifliert werden. 21.15 Uhr. ZDF. Blickpunkt: Betriebsrente -- ein Geschenk mit Zukunft? In der Sendung werden die geplanten Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung erläutert. Arbeitsminister Arendt sowie Sprecher des DGB und der Arbeitgeberverbände nehmen zu dem Gesetzentwurf Stellung. Leitung: Volker von Hagen.
22.00 Uhr. ZDF. Wer war André Heller?
Das exzentrische Wiener Multi-Talent Andre Heller (Photo) tanzt in seinem ersten Show-Film (Regie: Peter Hajek) zu eigenen Liedern mit Liliputanern, läßt Pythons kringeln, Zimmer brennen und Mitglieder des »Verbandes der Rentner und Pensionierten Österreichs« auf schweren Motorrädern donnern. Die »Gedenksendung« für den »jahrelang verkannten, letztlich großen Sohn Österreichs« (Heller), eine witzige Revue-»Reise durch meinen Kopf«, brachte dem ORF 1972 bei der Erstsendung 1738 Protestanrufe ein.
Mittwoch, 20. 3.
20.15 Uhr. ARD. Die großen Pleiten An drei Beispielen -- dem Fall Kun sowie den Pleiten des Wuppertaler Stoff-Fabrikanten Gebhard und der Münchner Seniorenheim- Baugruppe Hubmann -- will der Report »die Mechanismen von Konkursen deutlich machen«. Ein ehemaliger Textilfabrikant, der sich pleitebedrohten Betrieben als Firmenbestatter andient, berichtet über seine Erfahrungen. 20.15 Uhr. ZDF Magazin
20.15 Uhr. Bayern III. Ein Mädchen vom Lande (sw)
Harmloses US-Melodram (1954) aus dem New Yorker Theatermilieu, mit Grace Kelly, Bing Crosby und William Holden. Regie: George Seaton. 20.15 Uhr. Südwest III. Zahltag
Kinoerstling (1972) des Münchner Schriftstellers Hans Noever, ein an Stereotypen des französischen Gangsterfilms orientierter Krimi.
21.15 Uhr. ZDF. Thalias Töchter
Im zweiten Teil seiner Porträts prominenter Bühnen-Leiterinnen stellt Walther Schmieding die Chefin des Stockholmer Stadttheaters« Vivica Bandler, die Spanierin Nuria Espert und Ariane Mnouchkine, Leiterin des Avantgarde-Kollektivs »Théâtre du Soleil«, vor, dessen Revolutionsspektakel »1789« Pariser Theaterereignis von 1970/71 war.
21.45 Uhr. ARD. Je später der Abend Einziger Gast in Dietmar Schönherrs Talk-Show: Peter Ustinov.
22.00 Uhr. ZDF. Fußball-Europapokal der Pokalsieger: Borussia Mönchengladbach -- Glentoran Belfast Aufzeichnung des Spiels in Mönchengladbach. Über die Übertragung des Rückspiels ZSKA Sofia -- Bayern München wird kurzfristig entschieden.
Donnerstag, 21. 3.
20.15 Uhr. ARD. Titel, Thesen, Temperamente
Das Magazin stellt Amateurfilme vor, die von den Regisseuren Volker Schlöndorff, Ulrich Schamoni und Edgar Reitz im TTT-Auftrag ausgewählt wurden. Anschließend ein Beitrag zur Diskussion um die hessischen Rahmenrichtlinien, mit einer Live-Einschaltung zum Hessenforum.
20.15 Uhr. Hessen III. Drittes Hessenforum (sw)
In der (von der hessischen Landesregierung veranstalteten) Diskussion über die Rahmenrichtlinien kommen unter anderen Kultusminister von Friedeburg, der frühere »FAZ«-Herausgeber Karl Korn sowie Literaturwissenschaftler und Politiker zu Wort. 21.15 Uhr. ZDF. Kontrovers
Über das Bundesarbeitsgerichtsurteil zur Stellung leitender Angestellter unterhalten sich Friedrich Ische (Union Leitender Angestellter) und der DGB-Mitbestimmungsexperte Friedhelm Farthmann mit den ZDF-Redakteuren Detlef Sprickmann und Otto Wilfert. 21.45 Uhr. ARD. Kontraste
Moderator: Peter Pechel. Geplant sind Berichte und Passanten-Interviews von der Leipziger Messe, ein Porträt des italienischen KP-Chefs Enrico Berlinguer und eine Bestandsaufnahme des deutsch-polnischen Kulturaustauschs: Während der Kultur-Export aus Polen floriert, werden Gegen-Angebote aus der Bundesrepublik selten akzeptiert. 22.50 Uhr. ARD. Sexualmord (Sw> An der Biographie von drei Kindesmördern und durch Fragen »an die Täter, die Opfer und die Gesellschaft« versucht der Film von Claus-Ferdinand Siegfried milieubedingte Persönlichkeitsdefekte der Triebtäter aufzuzeigen.
Freitag, 22. 3.
20.15 Uhr. ARD. Ungeküßt soll man nicht schlafen gehn (sw)
österreichische Kino-Klamotte von 1936, mit Annie Rosar, Hans Moser, Theo Lingen und Heinz Rühmann. Regie: E. W. Emo ("Dreizehn Stühle"). 20.15 Uhr. Nord III. Konfrontationen: Schriftsteller und Politik
Zum Start einer Streitgespräch-Reihe diskutiert Gerhard Zwerenz mit einem CDU-Politiker 45 Minuten lang über kulturpolitische Fragen.
20.15 Uhr. West III. Gibt es ein Fernsehspiel?
Regisseure, Drehbuchautoren, TV-Kritiker und Programm-Verantwortliche sprechen über die Ästhetik des TV-Spiels. Eingeladen wurden Reinhard Hauff, Otto Jagersberg, Michael Schmid-Ospach, Peter Märthesheimer, Henning Rischbieter und Egon Monk. 21.30 Uhr. ZDF. Die Schwiegertochter (sw)
Frühes (1912), kaum gespieltes Wohnküchendrama des »Lady Chatterley«-Autors D. H. Lawrence. Im englischen Kohlenrevier, während eines großen Bergarbeiterstreiks, spielt die Freud- und-Leid-Geschichte eines jungen Kumpels (Wolfgang Schneider, Photo), der von einer gluckenhaften Proletarier-Mutter und seiner bürgerlichen Frau (Hannelore Hoger, r.) dominiert wird. Nach Stummfilm-Art stilisierte TV-Verfilmung (Bildregie: Peter Zadek) der Bochumer Inszenierung (1972) von Peter Gill.
21.45 Uhr. ARD. Bericht aus Bonn Leitung: Friedrich Nowottny. 22.15 Uhr. Bayern III. Holiday (sw) Die Hollywood-Komödie (1938) von George Cukor attackiert bissig den American Way of Life. Mit Cary Grant und der Cukor-Entdeckung Katharine Hepburn.
22.40 Uhr. ARD. Der Mann mit dem zweiten Gehirn
Wiederholung des französischen Science-fiction-Films um einen fanatischen Neurologie-Professor, der sein Hirn einem schwerverletzten Rennfahrer einsetzen läßt.
Samstag, 23. 3,
20.15 Uhr. ZDF. Der Schatz im Silbersee
Harald Reinls teurer (3,5 Millionen Mark) und grobschlächtiger Karl-May-Film mit Pierre Brice und Ex-Tarzan Lex Barker. Sechs weitere Filme zeigt das ZDF in den nächsten Monaten. 21.00 Uhr. West III. Der letzte Mann (sw)
Der expressionistische »Kammerspielfilm« (1924) mit Emil Jannings markiert einen Höhepunkt des deutschen Stummfilms. Regie: F. W. Murnau. 22.00 Uhr. ARD. Aufruhr in Laramie Amerikanischer Konfektions-Western (1954) von Jesse Hibbs.
Sonntag, 24. 3.
15.40 Uhr. ZDF. Frasquita (sw) Österreichische Lehár-Verfilmung (1934) mit Heinz Rühmann, Hans Moser und Rudolf Carl.
20.15 Uhr. Nord III. Vor vierzig Jahren: Die Heimat marschiert (sw) Deutscher Propagandafilm von 1934 über die »Treuekundgebung Thüringens«, bei der unter anderen NS-Chefideologe Alfred Rosenberg sprach. 21.00 Uhr. ARD. Die Kameliendame Glanzloses ORTF-Remake des Greta-Garbo-Klassikers. In der Titelrolle: die französische Ex-Primaballerina Ludmilla Tscherina, 48.
21.15 Uhr. ZDF. Ich bin hierzu Hause Am Beispiel von vier Kfz-Lehrlingen aus England, Frankreich, Italien und der Bundesrepublik sollen die unkoordinierten Ausbildungsmethoden in den EG-Ländern kritisiert werden. Um 22.35 Uhr diskutieren der EG-Kommissar Dahrendorf und Gewerkschaftsexperten.
21.45 Uhr. Bayern III. Jean Vigo (sw) Enno Patalas' Porträt des »anarchischen Filmpoeten« ("Betragen ungenügend") wird durch zwei frühe Kurzfilme ergänzt.