DIESE WOCHE IM FERNSEHEN
Montag, 1.12.
20.15 Uhr. ARD. Panorama
Moderator: Gerhard Bott. Das Magazin informiert über den Streit zwischen dem Münsteraner Kirchenrechtler Horst Herrmann und Bischof Tenhumberg und über die Schwierigkeiten, die Waffensysteme der Nato zu standardisieren. Geplant sind ferner ein Bericht über den steckbrieflich gesuchten Anarchisten Michael Baumann und ein Live-Interview mit Rainer Barzel »zur Lage in der Union«.
20.15 Uhr. ZDF. Kontakte
Vierte Sendung des Lebenshilfe-Magazins, in der sich Psychoanalytiker und Theologen mit den »Ängsten des Menschen« befassen.
21.15 Uhr. ZDF. Teufelskreis Y
Der englische Psycho-Thriller von Roy Boulting erzählt -- mit allerlei wissenschaftlichem Klimbim und gängigem Horror -- die Geschichte eines chromosomengeschädigten jungen Mannes (Hywel Bennett), der mit einem Hackebeil mordet. Bennett spielte so realistisch, daß seine Partnerin Hayley Mills »beinahe mit einem Kreislaufkollaps« zusammengebrochen wäre.
21.45 Uhr. ARD. Unter sechs Augen Die TV-Chefredakteure Peter Merseburger (NDR) und Gert von Paczensky (Radio Bremen) im Gespräch mit dem französischen Außenminister Sauvagnargues.
Dienstag, 2.12.
19.30 Uhr. ZDF. Spuren im Sand (Wh.)
John Fords Wüstenwestern (1948) mit John Wayne.
21.00 Uhr. ARD. Hilde Breitner
Der Berliner Autor Peter Stripp, dessen »Tatort«-Krimi »Tod im U-Bahn-Schacht« den Unwillen des CSU-Chefs Strauß erregt hat, kann mit neuer Schelte des Bayern rechnen. In seinem zweiten »Jahr der Frau«-Beitrag (der erste, »Nach der Scheidung«, lief am 4. November) läßt er eine Arbeiterin, nach dem Tod ihres Mannes, eine »Zwangsemanzipation« durchmachen; Durch »Anstöße«, die »junge Linke in die Betriebe hineingetragen haben«, entschließt sich die Frau, »bewußter« zu leben. Ihr erster Schritt: Sie wird als Gewerkschafterin aktiv. Regie: Peter Beauvais.
21.15 Uhr. ZDF. Kennzeichen D Moderator: Joachim Jauer. Zwei Beiträge über Umweltschutz in der Bundesrepublik und in der DDR. Eine launige Reportage vom Teheran-Besuch des Vorsitzenden des DDR-Ministerrats Horst Sindermann. Außerdem wird »die Geschichte von dreizehn Quadratmeter gebrauchten West-Teppichbodens« erzählt, der als »Weihnachtsgabe drüben eine Freude machen sollte«.
22.00 Uhr. ZDF. Aspekte
Moderation: Monika Meynert. Ein Bericht über Hans-Jürgen Syberbergs Interview-Film mit Winifred Wagner (Photo), der jetzt in die Kinos kommt. Außerdem soll untersucht werden, ob »Musik politisch wirken kann« und warum, angeblich, ein größeres Lesepublikum neu Gefallen an Jean Paul findet.
MittWoch, 3.12.
20.15 Uhr. ARD. Warum sie nicht nach Hause kamen
In keinem Land Westeuropas sind Kinder im Straßenverkehr so gefährdet wie in der Bundesrepublik (1973: 1781 Tote, 67 117 Verletzte). TV-Autor Karl Wiehn sucht die Ursachen -- eine »falsch programmierte Verkehrserziehung« und die »allgemeine Kinderfeindlichkeit dieser Gesellschaft«. 20.15 Uhr. Nord III, Hessen III, Südwest III und Bayern III; 20.30 Uhr. West III. Der Brief (sw)
William Wylers Kino-Melodram (1940) gilt wegen seiner »ungeheuer dichten Atmosphäre« und einer »elegant fließenden Kamera« als »exzellentes Beispiel für Hollywoods Studiofilme« jener Zeit: Die kapriziöse Frau (Bette Davis) eines britischen Pflanzers in Hinterindien erschießt ihren Liebhaber aus Eifersucht und versucht, sich durch verwegene Lügen zu entlasten.
20.15 Uhr. ZDF. Bilanz
Moderator: Wolfgang Schröder. Das Magazin untersucht, ob »England eine wirtschaftliche Gefahr für Europa ist« und bringt -- zum Thema »300 000 Wohnungen auf Halde« -- ein Interview mit Wohnungsbauminister Ravens, Außerdem: ein Konjunktur-Gespräch mit dem Privat-Bankier Johann Philipp von Bethmann.
21.50 Uhr. Nord III. Atomwaffen im Eigenbau
Fünf Wochen lang hat ein amerikanisches Filmteam einen 20jährigen Chemiestudenten beobachtet, der beauftragt worden war, eine Atombombe zu konstruieren. Das Experiment sollte Klarheit darüber bringen, ob auch kleine Gruppen oder gar Einzelgänger im stande sind, nukleare Waffen herzustellen.
Donnerstag, 4. 12.
20.15 Uhr. ARD. Bilder aus der Wissenschaft
Geplante Themen: Die umweltschädigenden Auswirkungen des Massen-Tourismus; militärwissenschaftliche Untersuchungen über den Jom-Kippur-Krieg; zwei Marburger Krebsforscher experimentieren mit einem Impfstoff, der aus Tumorgewebe gewonnen wird; eine neue Wissenschaft, die Viktimologie« beschäftigt sich mit der Frage, warum ein Mensch Opfer eines Verbrechens wird.
21.15 Uhr. ZDF. Zeitgenossen: Walter Scheel, Bundespräsident In ihrem 45-Minuten-Gespräch wollen ZDF-Chefredakteur Rudolf Woller und Chefreporter Gustav Trampe »Herrn Scheel nicht durch Fragen über die aktuelle Politik der Koalition in Verlegenheit bringen
21.55 Uhr. West III. Der große Blondino
Den »gefahrvollen Konflikt des Individuums mit seiner Umwelt« verdeutlicht der angesehene »New American Cinema«-Regisseur Robert Nelson in seinem technisch vertrickten, mit viel psychedelischem Klanggespinst unterlegten Experimentalfilm (1967): Ein Balance-Künstler überquert auf einem Seil die Niagarafalle.
22.00 Uhr. ZDF. Eine Liebe
Eine Dorftragödie hatte im Jahr 1963 die Blätter bewegt: Ein 20jähriger Bauernsohn und eine 17jährige Landarbeiterin begingen Selbstmord, weil die Angehörigen gegen ihre Liebe waren. Das einstige Jungfilmer-Duo. Hans Rolf Strobel und Heinrich Tichawsky recherchierte die Romeo-und-Julia-Geschichte, stieß auf »Schuldverdrängung eines Kollektivs« und rekonstruierte den Fall als Halbdokumentation: Mit Originaldialogen, Spielszenen, Laiendarstellern und echten Zeugen -- Abbild einer »Gesellschaft, der das Glück vorenthalten ist, in Bewußtsein zu leben«. Strobel/Tichawskys Glück ist auch zu Ende: Sie drehen in Zukunft getrennt.
22.15 Uhr. ARD. Rainer Maria Rilke
Zum 100. Geburtstag des »Dichters der Innerlichkeit« (er starb 1926) unternimmt Walter Bittermann in seinem Porträt, ganz rilkisch, den »Versuch einer Annäherung«. Er verweist auf Rilkes »narkotische Wirkung, die nicht ungefährlich war«, auf »makabre Mißverständnisse« während der Nazi-Zeit, vergleicht den sensibilistischen Roman »Malte« mit Handkes »Stunde der wahren Empfindung« und sagt, wo Rilke heute besonders geschätzt wird: in Südamerika und in der Sowjet-Union.
Freitag, 5. 12.
20.15 Uhr. ARD. Sommerwunsche -- Winterträume
Amerikanisches Neurosen-Lichtspiel (1973) um die Gattin (Joanne Woodward, Photo, r.) eines erfolgreichen New Yorker Augenarztes, die als Mittvierzigerin die Kälte, Leere und Ängste eines Lebens erfährt, wie es amerikanische Neurosen-Lichtspiele gerne zeichnen. Regie: Gilbert Cates. Deutsche Erstaufführung.
20.15 Uhr. Nord III und West III. Die Bullen?
»Open-end«-Soiree mit Filmanalysen und Interviews zum Thema »Polizei und Öffentlichkeit«. Leitung der Sendung: Rudolf Rohlinger.
21.30 Uhr. ZDF. Notizen aus der Provinz
Dieter Hildebrandts satirisches Magazin.
21.45 Uhr. ARD. Bericht aus Bonn Leitung: Friedrich Nowottny.
Samstag, 6. 12.
20.15 Uhr. ZDF. Gefährliche Begegnung (sw)
Fritz Langs meisterhafter Hollywood-Krimi (1944) um einen Professor der Kriminalpsychologie (Edward G. Robinson, Photo), der sich in eine alptraumhafte Mordgeschichte verstrickt sieht, wird zum 85. Geburtstag des Regisseurs gesendet.
21.00 Uhr. Nord III. Geschichten aus Österreich
Aus einem Autoren-Wettbewerb des Österreichischen Fernsehens stellt der »Teleclub« drei preisgekrönte, jeweils halbstündige TV-Werke vor: ein volkstümliches Trauerspiel, ein satirisches Lustspiel und eine makabre Groteske.
21.00 Uhr. West III. Oktober -- Zehn Tage, die die Welt erschüttern (sw) Sergej M. Eisensteins monumentale Kino-Huldigung (1927) an Lenin und die Sowjetmacht.
22.05 Uhr. ARD. Vier für Texas Western-Jux (1963) von Robert Aldrich ("Wiegenlied für eine Leiche") mit Star-Besetzung: Frank Sinatra, Dean Martin, Charles Bronson, Anita Ekberg und Ursula Andress.
23.10 Uhr. ZDF. Im Schillingshof (Wh.)
Marlitt-Verfilmung von Karl Wittlinger (Buch) und Herbert Ballmann (Regie) -- eine »Gartenlaube«-Plüschgeschichte (1879) um zwei verfeindete Gutsherrenfamilien aus der Gründerzeit.
Sonntag, 7.12.
17.45 Uhr. ARD. Keiner raucht für sich allein
Ohne »schockierende Szenen« von den üblen Folgen des Tabak-Lasters zu zeigen, auch ohne »die Raucher in Bausch und Bogen zu verdammen«, wollen die WDR-Autoren Pierre Kandorfer und Jean Pütz »das Verständnis für Nichtraucher-Belange« fördern.
20.15 Uhr. ZDF. That"s Entertainment -- Das gibt"s nie wieder Zusammenschnitt von Top- und Tanz-Szenen aus Hollywood-Filmen von 1929 bis 1958, mit einer Hundertschaft Stars, einem singenden Crosby, den Tänzern Astaire und Kelly (Photo) und der badenden Venus Esther Williams. Der filmische Hackepeter, eine gigantische Selbstreklame Hollywoods, lief mit Erfolg in deutschen Kinos.
20.30 Uhr. Nord III. Der letzte Akt (sw)
Der österreichische Spielfilm, den G. W. Pabst 1955 nach einer Erzählung von Erich Maria Remarque drehte, schildert Hitlers letzte Tage im Reichskanzlei-Bunker.