DIESE WOCHE IM FERNSEHEN
Montag, 8. 10.
20.15 Uhr. ZDF. »Nimm Dich zusammen«
An Fall-Studien zeigt das »Kontakte-Magazin für Lebensfragen« Ursachen von Depressionen, stellt Selbsthilfe-Gruppen und ambulante Beratungsstellen vor.
20.15 Uhr. Nord III. Autor-Scooter: Adolf Muschg
Eine Live-Fragestunde mit dem Schweizer Erzähler. Peter Wapnewski moderiert.
21.10 Uhr. ARD. Gratis ist nicht billig »So unvoreingenommen wie möglich« will Edmund Wolf in seinem Feature über Struktur und Qualität des englischen Fernsehens referieren, bei dem die öffentlich-rechtliche BBC mit kommerziellen TV-Stationen konkurriert. Das »englische Beispiel« wird von deutschen Verfechtern eines Privat-Fernsehens als Standard-Argument angeführt.
21.15 Uhr. West III. Sieben Sünder (sw)
Eine Glanzrolle für Marlene Dietrich. Der 1940 gedrehte Tay-Garnett-Film (auch mit John Wayne) ist Dauerbrenner in Dritten Programmen und immer wieder schön. Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
21.20 Uhr. ZDF. Das Produkt oder Rudi Ingar
Als seine Variante der »Biedermann und die Brandstifter«-Parabel sieht der österreichische Autor, Regisseur und Schauspieler Franz Buchrieser dieses Dialekt-Stück, das er selbst fürs ZDF verfilmte: die Geschichte eines Strafgefangenen, der sich nach seiner Haftentlassung bei einer sozial gesinnten Familie einnistet und sie bis zum Wahnsinn schikaniert.
23.00 Uhr. ARD. Das Gespenst der Freiheit
Ein Reigen lose verknüpfter Episoden aus dem Heldenleben von Bourgeoisie und Klerus als boshafte Attacke auf bürgerliche Moral, Normen und Riten: Luis Bunuels beißender Spott entsteht aus der Umkehrung des jeweils Erwarteten, Üblichen; die makaber verdrehte Welt seines Films (1974) annonciert zugleich seine Rückkehr zum Surrealismus. Kauzig, unberechenbar, ist Bunuel, 79, noch immer der jüngste, der aggressivste Filmregisseur. Mit Adriana Asti (Photo), Monica Vitti, Michel
Dienstag, 9. 10.
19.30 Uhr. ZDF. Französischer Abend im ZDF
Deutsch-französische TV-Entente: Nach zwei »französischen Abenden« in der ARD, deutschen Fernseh-Soirees in Frankreich, nach Schmidt live im Pariser Studio, Giscard d?Estaing live im ZDF, nun ein kompletter »Französischer Abend im ZDF«. Erst Krimi (19.30 Uhr, »Wind streicht ums Haus"), dann ein Bericht über Frankreichs Elite-Schule »Ecole nationale d?administration« (21.10 Uhr, »Ungeliebte Elite") und eine zwei Jahre alte Disco-Show mit Schlager-Reaktionär Michel Sardou, mit Johnny Halliday und Sheila (21.50 Uhr, »Numero Deux").
21.00 Uhr. ARD. Panorama
Moderator: Winfried Scharlau. Zum Thema Strauß eine Untersuchung über seine »besten Wahlhelfer«, die Anti-FJS-Demonstranten. Außerdem ein Kommentar zum Satz des Unions-Kanzlerkandidaten, Nationalsozialisten seien auch Sozialisten gewesen, und ein Interview. mit Walther Leisler Kiep. Anschließend wird geprüft, ob das Bundesverfassungsgericht auf Grund manipulierter Statistiken die Zivildienst-Novelle außer Kraft gesetzt hat. 22.30 Uhr. Nord III. Filmfest der Filmemacher
Bilanz des Film-Festivals.
Mittwoch, 10. 10.
19.50 Uhr. Südwest III. Engel (Sw) Ernst Lubitschs sophisticated comedy (1937) mit Marlene Dietrich. 20.15 Uhr. ARD. Der Doktor (sw) Eine schlicht gemachte dokumentarische Studie über einen ungarischen Arzt, der Klinik-Silos haßt und humane Medizin praktiziert. Die ungarischen Filmemacher Imre Gyöngyossy und Barna Kabay ("Ein ganz gewöhnliches Leben") beschreiben, wie der Budapester Arzt Dr. Szabo behutsam eine Frau nach einem Suizid-Versuch wieder ins Leben zurückführt.
20.15 Uhr. ZDF Magazin
21.45 Uhr. ARD. Thomas Mann
Zum Start der elfteiligen »Buddenbrooks«-Verfilmung der ARD (15. Oktober) sammelte Peter Laemmle »Ansichten zu einem Jahrhundertroman«, unter anderen von Marcel Reich-Ranicki, Walter Jens, Walter Kempowski, Adolf Muschg, Hubert Fichte und Horst Bienek.
22.05 Uhr. Nord III. Die große Illusion (SW)
Jean Renoirs pazifistischer Weltkrieg-I-Film (1937).
22.05 Uhr. West III. Pal Joey
Film-Musical (1957) von George Sidney mit Frank Sinatra, Rita Hayworth und Kim Novak.
22.15 Uhr. ZDF. »Wir müssen es den Jungen sagen!«
Zum 30. Jahrestag der DGB-Gründung erzählen Gewerkschaftsveteranen Gewerkschaftsgeschichte. Mit dabei sind Willi Bleicher von der IG Metall, Karl Küpper und Wilhelm Gefeller von der IG Chemie-Papier-Keramik.
22.55 Uhr. ZDF. Hedda Gabler (Wh.)
Nach seiner gerühmten »Nora«-Inszenierung hatte Regisseur Hans Neuenfels 1974 das Ibsen-Drama über »Noras böse Schwester« aktualisiert. Mit »wildem Verdeutlichungswillen«, so ein Kritiker nach der Frankfurter Premiere, werde »die schwelende Triebwelt« einer Bürgerehe seziert. Aufzeichnung der Aufführung mit Elisabeth Trissenaar.
Donnerstag, 11. 10.
20.15 Uhr. ARD. 30 Jahre DDR
Eine 60minütige Bestandsaufnahme von Fritz Pleitgen und Lutz Lehmann.
20.15 Uhr. West III. Schweigen ist Gold (sw)
Rene Clairs erster, 1947 nach seiner Rückkehr aus dem US-Exil in Frankreich gedrehter Film: poetische Bilder vom Paris der Stummfilmzeit und von einem verliebten Graubart (Maurice Chevalier).
20.20 Uhr. Nord III. Die barfüßige Gräfin
Joseph L. Mankiewiczs? barockes Film-Denkmal (1954) für seinen Star Ava Gardner.
21.20 Uhr. ZDF. Die Bonner Runde
Zu einem Streitgespräch wurden Wirtschaftsminister Graf Lambsdorff und Finanzminister Matthöfer eingeladen. Leitung: Johannes Gross.
22.20 Uhr. West III. Rene Clair Interview mit dem 8Ojährigen Regisseur.
22.20 Uhr. ZDF. Die allseitig reduzierte Persönlichkeit -- Redupers
Sie ist Hausfrau, Mutter, berufstätige Photographin und vor allem Berlinerin: Mit sanfter Ironie und souveräner Polemik gegen die Männer porträtiert Feministin Heike Sander als ihre eigene Hauptdarstellerin eine Frau und eine Stadt, in einem der schönsten und überzeugendsten Frauenfilme. In ihrem nächsten Projekt »Overkill« wird Heike Sander eine Bundesverteidigungs-Ministerin darstellen.
23.00 Uhr. ARD. »Ich möchte lieber verrückt sein
In einem »Selbsterfahrungsversuch« beobachtete Autor Hans Rüdiger Minow den Alltag in der Abteilung Psychologische Medizin der Medizinischen Hochschule Hannover, einer Modell-Heilanstalt, wo Patienten aktiv an der Therapie mitarbeiten.
Freitag, 12. 10.
20.15 Uhr. ARD. Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe
Western-Ulk (1968) von Burt Kennedy mit James Garner ("Detektiv Rockford").
21.45 Uhr. ARD. Die große Lohnmacht
Zum 30-Jahre-Jubiläum des DGB eine Dokumentation sowie Statements des Berliner Soziologen Theo Pirker und des DGB-Chefs Vetter.
21.45 Uhr. Nord III. Winterreise im Olympiastadion
Das Theaterereignis von 1977 jetzt im Fernsehen: Klaus Michael Grübers gigantomane »Hyperion« -Bearbeitung, in klirrender Dezember-Kälte zu Flutlicht in Hitlers kahlem Berliner Olympia-Stadion inszeniert.
22.20 Uhr. ZDF. Aspekte
Berichte über Bücher, Autoren und Verlage bei der Frankfurter Buchmesse. Leitung: Alexander U. Martens und Dieter Schwarzenau.
Samstag, 13. 10.
18.30 Uhr. Nord III. Die Kreuzfahrt der Navigator (sw)
Buster-Keaton-Klassiker von 1924.
22.20 Uhr. ARD. Die letzte Flut
Das wachsende Engagement australischer Intellektueller für die brutal verdrängten und dezimierten schwarzen Ureinwohner verdichtet sich in Peter Weirs apokalyptischem Thriller (1977) zu beklemmenden Visionen vom Ende der weißen Zivilisation.
Sonntag, 14. 10.
19.30 Uhr. ZDF. Goethes Weimar heute
Impressionen von Rudolf Lorenzen.
20.00 Uhr. ZDF. Edward und Mrs. Simpson
Die fünfteilige britisch-plüschige TV-Serie über die Love-Story zwischen dem Herzog von Windsor und der Amerikanerin Wallis Simpson (siehe Seite 276).
20.15 Uhr. ARD. Frankfurter Buchmesse 1979
Ein Bericht der »Titel, Thesen, Temperamente«-Redaktion.
20.15 Uhr. Nord III. Jane Fonda Vom amerikanischen Fernsehen produziertes Porträt.
21.05 Uhr. ARD. Trennung
Das Drehbuch hat Karin Struck selbst geschrieben, nach ihrer 1978 erschienenen Erzählung, und durch Rückblenden, durch eine zerrissene Chronologie sucht der Film möglichst nah an der Sprunghaftigkeit und radikalen Subjektivität der Vorlage zu bleiben. Eine 3Ojährige Schriftstellerin (Sabine Sinjen, Photo) zieht Lebensbilanz: kaputte Ehe, kaputte Verhältnisse, zwei Kinder, eine Abtreibung, langsames Abgleiten in kleinstädtisches Trinker- und Fixer-Milieu.
21.30 Uhr. ZDF. Der eiskalte Engel (Wh.)
Die minuziös gefilmte Elegie (1967) auf den Tod eines Killers (Alain Delon) gilt als einer der besten Filme des französischen Krimi-Meisters Jean-Pierre Melville.
22.55 Uhr. ARD. Lebensläufe: Manfred Krug
In der DDR einst hochgeschätzt (Honecker: »Wir brauchen ein Dutzend solcher Krüge") und privilegiert, dann verfemt, jetzt in der Bundesrepublik wieder voll im Geschäft: Hermann Schreiber unterhält sich mit dem 42jährigen Schauspieler und Sänger Manfred Krug.