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• aus DER SPIEGEL 29/1982
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AEG-Chef Heinz Dürr fühlt sich von seinen Freunden in der CDU/CSU im Stich gelassen. Es sei schlimm, klagte Dürr vor Vertrauten, wie diffus sich die Union zum sowjetisch-europäischen Erdgas-Röhren-Geschäft vernehmen lasse.

Während auch konservative Vertreter der deutschen Industrie- und Bankenwelt die amerikanischen Sanktionen gegen den Handel mit den Russen laut beklagen, ist von einer klaren Linie der Opposition nichts zu sehen.

CDU-Chef Helmut Kohl selbst geht am liebsten auf Distanz: »Wir sind nicht die Erfinder des Röhren-Gas-Geschäftes.« Kohl äußerte »in der Sache ... sehr viel Verständnis für die Haltung der Amerikaner«.

Auch CSU-Chef Franz Josef Strauß redete in Washington seinen Gastgebern zu Gefallen: »Wenn wir an der Regierung gewesen wären, hätten wir dieses Geschäft nicht abgeschlossen.«

Anderer Meinung sind Kohls Kollegen im CDU-Präsidium. Gerhard Stoltenberg glaubt, daß die »amerikanische Entscheidung aus unserer Sicht zu bedauern und zu kritisieren ist«. Kurt Biedenkopf: »Die Erstreckung der Souveränität der USA auf das Handeln deutscher Unternehmen ist für uns nicht akzeptabel.«

Norbert Blüm: »Wer gegen das russische Erdgas ist, der muß uns mal die Alternative sagen, die dann ungefährlicher wäre.«

Auch die Ansichten über die Zukunft des Osthandels gehen im Unionslager durcheinander. Nur wenige teilen die Meinung des Vorstandssprechers der Deutschen Bank, Friedrich W. Christians: »Die Sowjet-Union bleibt auch weiterhin für uns ein interessanter und zuverlässiger Partner.«

Die Erfahrung lehre, kontert CSU-MdB Franz Ludwig Graf Stauffenberg, »wie fragwürdig, wie gefährlich der Osthandel auf der Grundlage von Westkrediten ist«.

Noch einfacher macht es sich CDU-Fraktionsvize Manfred Wörner mit den Kommunisten: »Wenn sie sich nicht verantwortlich verhalten, dann kriegen sie eben weniger oder, wenn es sein muß, auch einmal gar nichts.«

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