PRESSE Doppelt exklusiv
Eine peinliche Schummelei hat sich der ZDF-Moderator und »Bild am Sonntag«-Kolumnist Peter Hahne erlaubt. Für seine »Gedanken am Sonntag«, die laut Redaktionsanmerkung »exklusiv in ,BamS'« erscheinen, bediente er sich in der vorvergangenen Woche ungeniert bei der Konkurrenz. Im letzten Absatz seiner Kolumne »Über falsche Trauer und echte Sieger« übernahm Hahne zehn Zeilen nahezu wortgleich aus einem Feuilleton-Beitrag der »Süddeutschen Zeitung« ("SZ"), der drei Tage zuvor erschienen war - ohne das Zitat, wie journalistisch üblich, als solches zu kennzeichnen. »SZ«-Korrespondent Andrian Kreye hatte in seinem Stück »Leben in Zeiten der Angst« über den Weg der New Yorker zurück in den Alltag philosophiert: »Die wahren Siege sind all die Momente der Normalität, die die Terroristen ja auslöschen wollten«, schrieb Kreye - einer der Sätze, die Hahne abkupferte. Seine Anleihe sei »natürlich nicht in Ordnung« gewesen, sagt der reuige Sonntagskolumnist inzwischen, »meine Gedanken müssen wirklich meine Gedanken sein«. Er habe seine Kolumne »mit heißer Feder geschrieben« und den »SZ«-Text »einfach toll« gefunden. Vergangene Woche hat Hahne dem »SZ«-Autor ein Entschuldigungs-Fax geschickt. Es sei ihm, so Hahne, »etwas passiert, was unter Kollegen nicht passieren darf«. »BamS«-Chefredakteur Claus Strunz zeigt sich überraschend nachsichtig: »Menschen machen Fehler, anständige Menschen geben sie zu.«