Doris Lessing
beschreibt in ihrem neuesten Buch »Rückkehr nach Afrika« die Wiederbegegnung mit ihrer alten Heimat Simbabwe. Sie beobachtete auf vier Reisen zwischen 1982 und 1992 den Zerfall der Infrastruktur und die Zunahme der Korruption. Die von vielen Frauen und Linken als Kultfigur verehrte Doris Lessing, 73, hatte in ihrem 1950 erschienenen ersten Welterfolg »Afrikanische Tragödie« Rhodesiens repressive Farmergesellschaft beschrieben. Sie unterstützte den Befreiungskampf der Schwarzen; das weiße Minderheitsregime unter Ian Smith verweigerte der zeitweiligen Kommunistin deshalb die Einreise. Zu ihrem populärsten Werk wurde der autobiographische Roman »Das goldene Notizbuch«, eine Art Bibel der Frauenbewegung. In zweiter Ehe war die Erfolgsautorin mit dem deutschen Emigranten Gottfried Lessing verheiratet. Den Namen behielt sie nach der Scheidung bei. Ihr Ex-Mann stieg später zu einem der führenden Afrika-Diplomaten der DDR auf.