KULTUR Dresdner Dickschädel
Als stur sind die Sachsen schon seit August dem Starken bekannt. Nun haben sie einen weiteren Beleg geliefert. Das Dresdner Elbtal verliert seinen Titel als Weltkulturerbe, weil die Stadtväter nach einem Bürgerentscheid auf dem Bau der Waldschlösschenbrücke beharren. Aus Sicht des Unesco-Komitees, dem Vertreter aus 21 Staaten angehören, wird die Brücke das Elbtal zerschneiden und die einmalige Kulturlandschaft mit ihren Barockbauten und Flussauen zerstören. Erst vor fünf Jahren waren die 18 Kilometer Elbtal rund um Dresden vom Unesco-Welterbe-Komitee als »Kreuzungspunkt für Kultur, Wissenschaft und Technologie« sowie als »herausragende Kulturlandschaft« gewürdigt worden. Doch schon seit Jahren hatte die Unesco vor dem Bau gewarnt und 2006 das Elbtal auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten gesetzt. Änderungen an den Bauplänen gab es jedoch nicht, eine Tunnellösung verschwand in den Schubladen des Rathauses. Stattdessen ordnete das Regierungspräsidium 2007 den Baubeginn der vierspurigen, 600 Meter langen Stahl-Beton-Konstruktion an.