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NORDKOREA Druck durch Blockade

• aus DER SPIEGEL 18/2003
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Nach den gescheiterten Pekinger Gesprächen zwischen den USA, Nordkorea und China muss Diktator Kim Jong Il strengere Sanktionen gegen sein Land fürchten. Hardliner in Washington und Tokio wollen Nordkorea notfalls mit einer See- und Landblockade dazu bringen, auf sein Atomprogramm zu verzichten. Als möglicher Verbündeter gegen Kim Jong Il gilt dabei ausgerechnet China. Zwar betrachtet sich das Reich der Mitte als traditionelle Schutzmacht Pjöngjangs. Doch bereits Anfang März drehte Peking dem Nachbarn für drei Tage die Ölzufuhr ab - Nordkorea bezieht rund 70 Prozent des Rohstoffs aus China. Offiziell begründete die Staatsführung die Unterbrechung mit Wartungsarbeiten an einer Pipeline, tatsächlich aber zwang sie Diktator Kim Jong Il damit, vorübergehend auf weitere Provokationen im Atomstreit zu verzichten und sich auf Gespräche mit den USA einzulassen. China ist besorgt, dass Nordkorea mit seinen Drohgebärden japanische Überlegungen für eine eigene atomare Aufrüstung anfacht. Auch Taiwan - von Peking als abtrünnige Provinz bezeichnet - könnte dem nordkoreanischen Beispiel folgen, um einem Anschluss an das Festland vorzubeugen. Besonders hart treffen würde Nordkorea die japanische Beteiligung an einer Seeblockade. So könnte Tokio der Fähre »Mangyongbong« das Anlaufen des Hafens Niigata untersagen. Mit diesem Schiff schmuggelt Nordkorea nach Erkenntnis japanischer Sicherheitsbehörden vor allem Devisen sowie Computerteile für sein Raketenprogramm. Bei den Pekinger Gesprächen soll Kims Abgesandter Li Gun den Besitz von Atomwaffen eingestanden haben und mit deren Tests sowie dem Export atomaren Materials gedroht haben. Dadurch bringt Nordkorea vor allem Colin Powell in Bedrängnis. Der US-Außenminister wird in der eigenen Regierung als zu nachgiebig gegenüber dem Kim-Regime kritisiert. Zwar kann derzeit nicht einmal Washington einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel riskieren. Gleichwohl drohte nun auch Powell Pjöngjang vergangene Woche unverhohlen mit einem militärischen Schlag: Die USA würden keine Optionen »vom Tisch nehmen«.

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