THAILAND Druck von der Straße
Eine breite gesellschaftliche Bewegung fordert den Rücktritt des thailändischen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Seine Kritiker werfen ihm Korruption und eine autoritäre Amtsführung vor. Selbst der einflussreiche politische Berater Chamlong Srimuang, der 1992 das Ende der Militärregierung mitbesiegelt hatte, stellt sich inzwischen gegen seinen früheren Zögling. Chamlong steht der buddhistischen Sekte Santi Asoke nahe, die über viele tausend Mitglieder verfügt. Nun rief er seine Anhänger dazu auf, sich den geplanten Großdemonstrationen anzuschließen. In den vergangenen Wochen waren bereits mehrere zehntausend Menschen gegen den Premier auf die Straße gegangen - die größten derartigen Proteste seit 14 Jahren. Die Rücktrittsforderungen werden immer vehementer. Sogar die Schüler einer Elite-High-School verlangten auf einer Pressekonferenz den Amtsverzicht Thaksins. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch die peinlichen Ungereimtheiten beim Verkauf von Thaksins Familienunternehmen Shin Corp. an die Singapurer Staatsholding Temasek für 1,5 Milliarden Euro. Das Geschäft hatte in der Bevölkerung für massive Empörung gesorgt, weil die Familie des Premiers keine Steuern zahlen muss. Obwohl er immer stärker unter Druck gerät, schloss Thaksin seinen Rücktritt aus.