DURCHBRENNER
Der Verfasser des Artikels über Otto Brenner hat wohl aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage kein Verständnis für gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen. Es ist nicht nur Recht, sondern auch Pflicht der stärksten Gewerkschaft, in lohn- und sozialpolitischer Hinsicht eine Bresche zu schlagen, damit die Schwächeren nachziehen können.
Bremen CHRISTA PUPP
Den Artikel über Brenner, der den Gewerkschaftsfressern als Eintopf sicherlich gut mundet, hätte die einstmalige »Angriff«-Redaktion nicht besser servieren können.
Niederhochstadt (Pfalz) GEORG KLOOR
Offenbar haben Sie Angst, daß die Metall-Arbeiter zu schnell reich werden. Ist es nicht recht und billig, daß ein Gewerkschaftsführer so viel wie möglich für seine Mitglieder herausholt? Da die Arbeitgeber so wenig wie möglich zahlen, gleicht sich die Sache immer wieder aus.
Stuttgart-Feuerbach DIETER SUKOWSKI
Wenn das so weiter geht, werden sich die Arbeitgeber sicherlich bereit finden, große Auflagen des SPIEGEL nach bewahrter Manier zum Zwecke der Vernebelung ihrer Arbeiter und Angestellten aufzukaufen, um diese dann kostenlos an ihre Belegschaften zu verteilen.
Hamburg 26 WILLY SPRENGER
Es hat mich riesig gefreut, daß Sie unseren Bossen eins übergebraten haben.
Castrop-Rauxel JOHANN WITTKE
Der Bundesverband der Deutschen Industrie wird es Ihnen sicher zu danken wissen, daß Sie wieder einmal mit einem aus Halbwahrheiten, Anekdötchen und unsachlichen Argumenten zusammengebrauten Elaborat gegen eine der Gewerkschaften zu Felde gezogen sind. Den
von Otto Brenner angeführten Kampf der IG Metall um die Errichtung und Aufrechterhaltung demokratischer Verhältnisse und den sozialen Fortschritt der Arbeiterschaft versuchen Sie mit nicht zu überbietender Primitivität herabzuwerten, indem sie Brenner, der wegen seiner aufrechten Haltung während des faschistischen Terrors Verfolgungen und Widerwärtigkeiten ausgesetzt war, als Eigenbrötler und komische Figur hinstellen. Es dürfte jedem klar sein, daß die IG Metall ihre sozialpolitischen Forderungen nicht an einem Klempnerbetrieb mit zehn Beschäftigten orientieren kann. Für die Arbeiter und den Fortbestand der Demokratie wäre es besser, wenn die IG Metall auf die »gemeinwirtschaftliche Vernunft« der Unternehmer verzichten und dazu übergehen würde, sämtliche Schlichtungsvereinbarungen zu kündigen. Die gewerkschaftliche Entscheidungsfreiheit sollte 100 Millionen Mark wert sein.
Frankfurt WALTER KÄMMERER
Da wird geredet über die Konzentration in der Wirtschaft, über die Ballung von Produktionsmitteln, über die Gefahren für die Demokratie, denen man nur
begegnen kann, indem man den Gewerkschaften größeres Mitspracherecht einräumt. Aber das Brennersche »Mehr und mehr und mehr« gilt nicht nur für die Löhne und die Verkürzung der Arbeitszeit. Das »Immer mehr« gilt
auch für den gesamtwirtschaftlichen Einfluß. Die Konzentration der Macht über die Produktionsmittel in ein paar Händen wird kompensiert, ja überkompensiert durch, die Macht über die Arbeitnehmer-Organisationen. Lobbyismus und Korruption mögen demokratische Regeln gefährden. Die Staatsform ändern, den Staat aus den Angeln heben aber können nur die Gewerkschaften.
München 13 HANS FELDHEIMER
Wenn die Abgeordneten ihre Diäten, die Minister ihre Gehälter und Aufwandsentschädigungen, die Aktiengesellschaften die auszuschüttenden Dividenden ständig steigern, gehen diese Dinge reibungslos, vom beifälligen Gemurmel der Presse begleitet, über die Bühne. Die Lohnpfennige des Arbeiters dagegen, so sagt man, erschüttern das Fundament der Wirtschaft.
Frankfurt ARNOLD WERZFELD
Industriekurier