Dynamische Kriegsspiele - DER SPIEGEL
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Dynamische Kriegsspiele

• aus DER SPIEGEL 49/1981
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Amerikas Generalstäbler kamen bei »dynamischen Kriegsspielen« zu dem Ergebnis, daß die Nato einen Krieg in Mitteleuropa und Norwegen gegen die Warschauer-Pakt-Streitkräfte klar verlieren würde. In einem Dokument des Vereinigten Generalstabs mit dem Vermerk »Top Secret« heißt es über ein Szenario, das 1986 spielt: Am 24. Tag nach dem Angriff aus dem Osten »war die Nato nicht mehr imstande, eine zusammenhängende Verteidigung aufrechtzuerhalten«. Freilich stellen die Pentagon-Planer ihr Resultat gleich selbst in Frage: Durch »wargames« ließe sich »niemals mit Gewißheit feststellen«, wer letztlich einen Krieg gewinne, denn wichtige Faktoren wie Führungsqualität und Kampfmoral könnten nicht berechnet werden. Auch den übrigen Annahmen des Planspiels bescheinigten die Militärs selbstkritisch »eine erhebliche Realitätsferne": Sie gingen zum Beispiel davon aus, daß weder Kernwaffen noch chemische Kampfstoffe eingesetzt würden, daß beide Seiten keine Nachschubprobleme hätten und daß bei Konfliktbeginn in Europa bereits seit 60 Tagen ein amerikanisch-sowjetischer Krieg am Persischen Golf tobte.

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