Echte Hoffnung - DER SPIEGEL
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Briefe

Echte Hoffnung
• aus DER SPIEGEL 9/1996
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Echte Hoffnung

(Nr. 7/1996, Unterhaltung: Interview mit TV-Entertainer Harald Schmidt über Zoten und Quoten)

Bei Schmidt wird oft verkannt, daß er nicht nur äußerst aggressiv ist, sondern auch enorm schlagfertig. Das Interview beweist es ja: So leicht läßt er sich nicht festnageln. Seine Leistung besteht darin, daß er mit einem Ausländerwitz vor dem Hintergrund eines Zitats des Philosophen Schelling durchs aktuelle Tagesgeschehen kalauert. Jeder bekommt das mit, was er geistig verarbeiten kann. *UNTERSCHRIFT:

Regensburg CHRISTIAN ROSNER

Endlich einmal jemand im deutschen Fernsehen, der den gleichen Geschmack hat wie ich - keinen. *UNTERSCHRIFT:

Bernburg/Anhalt RAINER HACHFELD

Harald Schmidt hat sich zu seinem Nachteil verändert. Zu einem rotznasigen, geldgierigen Dumm-Talker. Er glaubt, er sei witzig, und irgendwann würde der Zuschauer seinen flachen Humor toll finden. Soviel Überheblichkeit deutet nur darauf hin, daß die ganze Pleite-Show schlechter läuft, als Schmidt uns glauben machen will. Wenn er so weitermacht, wird er nicht der »Letterman« Deutschlands, sondern der Howard Stern. Das Interview spricht jedenfalls für sich. *UNTERSCHRIFT:

Bonn MARCUS SCHULER

Laßt den Mann doch in Ruhe seine Arbeit machen. Am Anfang kamen Gäste zu ihm, die sagten: »Harald, ich finde deine Sendung zwar gut, mir fehlt aber die Aggressivität, der Biß, den man von dir gewohnt ist.« Jetzt kommen die Leute und sagen: »Harald, meinst du nicht, daß das jetzt ein bißchen zu hart war?« Der Schmidt, den wir im Augenblick haben, ist der beste Harald Schmidt, den ich mir vorstellen kann. *UNTERSCHRIFT:

Bad König (Hessen) SASCHA DECRISTAN

Schmidt hätte seine Show die Ja-ja-Show nennen sollen. Man muß ja zu seiner Lahmarschigkeit, ja zu seinen Witzen, ja zu seinen Einfällen sagen, wenn man ihn ertragen will. Ich sage nein, die Alternative ist Jay Leno auf NBC zur gleichen Zeit. *UNTERSCHRIFT:

Berlin HEIKO BURKHARDT

Lieber sehe ich Harald Schmidt einmal am Banktresen kotzen als fünfmal in der Woche mit dramatischer Stimme sagen zu hören: »Mein Name ist . . . Barbara Eligmann!« Wer ist die größere Nervensäge von beiden? *UNTERSCHRIFT:

Duisburg REYHAN GÜNTÜRK

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