Echte Versager?
(Nr. 34/1988, SPIEGEL-Titel: Wie hilflos ist die Polizei?) *
Entsetzt und erschreckt habe ich das Ende des Geiseldramas verfolgt. Eine Duplizität zu Ingrid Reppel, erschossen als Geisel beim Banküberfall in der Prinzregenten-Straße in München, drängt sich auf. Der damalige Polizeipräsident Manfred Schreiber konnte trotz seiner Münchner Linie (Psychologe Sieber) die Erschießung durch die Polizei nicht verhindern. Was hat die Polizei dazugelernt? Absolut nichts! Hauen, Stechen, Schießen - was für eine Gesellschaftsordnung, die das zuläßt. München H.-JÜRGEN SCHIEWECK
Der Zugriff der Staats(ohn)macht erfolgte viel zu spät. Psychologistiker und Weichspieler bestimmten die Szene, aber sie beherrschten sie nicht. Bei solchem Rückhalt ist der kleine Polizist vor Ort glatt überfordert. Stemwede (Nrdrh.-Westf.) DIETER SCHAUHOFF
Fast noch mehr als das furchtbare Geschehen selbst machen die Erklärungen und Ausreden nach dem Ende des Geiseldramas betroffen. Heuchelheim (Hessen) LUTZ KASEMEIER
Es fehlte doch nur noch, daß die hilflosen (oder abwesenden) Polizeioberverantwortlichen sich zum Beispiel so herausreden: Warum erstachen die Journalisten die Gangster nicht mit einem spitzen Bleistift? Warum erschlug der türkische Gemüsehändler sie nicht mit einer dicken Gurke? Warum befreiten sich die 30 Bus-Geiseln in Bremen nicht selbst? Bremen ROLF SEIGERT
Den Beamten auf der Autobahn hat das gefehlt, was die Helden von Mogadischu zuviel hatten und ohne das keine noch so gut geplante Aktion auskommt: Glück! Köln KARL-HEINZ BRUME
Es wird völlig übersehen, daß die »Tragödie von Gladbeck« hauptsächlich auf dem »Humus« des bundesdeutschen Föderalismus gewachsen ist. Merke: Gewaltverbrecher brauchen innerhalb der BRD nur eine - höchst abstrakte - Ländergrenze zu überschreiten, und schon verursachen sie bei den »betroffenen« Sicherheitsbehörden einen geradezu grotesken Kompetenz-Wirrwarr. Schnell noch ein Ende mit Schrecken, bevor der »Konvoi« nochmals über die Landesgrenze - diesmal Richtung Rheinland-Pfalz - davonrollt! Tatmotiv: Die Ehre der NRW-Polizei läßt es nicht zu, daß sich das Geschehen wiederum ins »Ausland« verlagert. Leinfelden (Bad.-Württ.) ALFRED MÜLLER
Wissen Sie, was mich an diesem Ereignis am meisten ankotzt? Wären die Geiselnehmer auch nur zwei Stunden länger in der Kölner Innenstadt geblieben, hätten die Schaulustigen mit Liegestühlen, Kofferradio und Dosenbier, womöglich noch mit privater Video-Kamera zwecks Aufzeichnung fürs häusliche Unterhaltungsprogramm um den Wagen Stellung
bezogen. Hätte Degowski im Geiselauto auf Silke oder Ines abgedrückt, wären die Journalisten mit ihren Photoapparaten förmlich durchs Fenster gesprungen, um ja nichts zu verpassen; vermutlich hätte Rösner sogar die Erschießungsszene vorher mit den Reportern bezüglich Bildeinstellung und Belichtungsverhältnisse abgesprochen! Mainz JOHANNES ZANDER
Nach dem »öffentlichsten Verbrechen in der Geschichte der BRD« muß die Einführung der Todesstrafe in der Bundesrepublik neu diskutiert werden. Wenn Menschen zu Tieren werden, dann muß man sie auch als solche behandeln. Kehl (Bad.-Württ.) HOLGER JOACHIM
Ich habe mir vorgenommen, nie mehr zur Wahl zu gehen, erst muß wieder die Todesstrafe eingeführt werden. Triberg (Bad.-Württ.) CHARLOTTE BÖTTCHER
In diesen Tagen sitzt man als Polizist zwischen den Stühlen: Einerseits gehört man zu einem Berufsstand, der unter massivem Beschuß der veröffentlichten Meinung steht; andererseits ist man selbst als Zuschauer und Leser der Medien fassungslos über die Chronologie der Ereignisse. Hört man sich um, auch unter Kollegen, fühlt sich jeder kompetenter und geeigneter, die Angelegenheit richtig behandelt zu haben: die ganze Nation als die bessere Einsatzleitung (im nachhinein!). Was mich betroffen macht, ist die wutgeborene Hüftschußmentalität aus Volkes Seele, die ("Abknipsen!, Rübe ab!") mit »Allheilmitteln« um sich schmeißt: finaler Rettungsschuß, GSG-9-Einsatz (obwohl nachweislich die meisten ländereigenen Sonder-Einsatzkommandos besser geeignet sind!), Bundeskompetenz bei Geiselnahme, und hier und da taucht wieder - natürlich - der Ruf nach der Todesstrafe auf. Wir im Saarland haben bewußt auf die Aufnahme des »gezielten Todesschusses« (oder wie immer man das apostrophieren will) ins neue Polizeigesetz verzichtet, denn die bestehende Rechtslage reicht hierzu vollends aus. Um es deutlich zu sagen: Auch wir können in solchen Notlagen als letzten Ausweg auf einen Todesschuß zurückgreifen, wenn alles andere versagt und Unbeteiligte nicht gefährdet werden können. Saarbrücken HANS-JÜRGEN WERLE Polizeioberkommissar
Immer wenn es Tote gibt, ist ein solches Verbrechen eine Tragödie. Auch wenn alle freigekommen wären - mit dem Preis von zwei getöteten Gangstern -, auch das wäre eine Bankrotterklärung gewesen. Ich selbst habe aus Gewissensgründen bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei aufgehört, weil ich meine Auffassung von christlichem Leben nicht mit der Möglichkeit eines Notwehr-, Nothilfe-, oder finalen Todesschusses zusammenbringen kann. Beim Eingreifen der Polizeitruppe auf der Autobahn mußte sie doch davon ausgehen, daß es Tote gibt. Wie sinnlos ein solches Handeln, wie entsetzlich für die Angehörigen. Und warum sollen Journalisten nicht auch als Menschen handeln, wenn sie das Gefühl haben, die Lage gewaltlos zu entspannen? Ein Journalist leistet ja auch Erste Hilfe, wenn niemand anderer bei einem Unfall ist. Aschaffenburg GERNOT SCHINDLER Ehemaliger Polizist der Bayerischen Bereitschaftspolizei
Wenn dies nur von zwei Gangstern inszenierte Desaster schon zur »Ratlosigkeit«
führt, was werden unsere gewählten Volksvertreter und »entscheidungsfreudigen« Politiker dann erst im Verteidigungsfall anstellen? Dividenden aus Spielbanken, Waterkantgate oder ähnliche Sinekuren winken ja dann nicht mehr. Arnsberg (Nrdrh.-Westf.) HELMUT STAMER
Leider besteht der einzig wirkliche Schutz für die Geiseln darin, daß man die Gangster mit dem blöden Geld so lange zufrieden läßt - bis die Geiseln in Sicherheit sind. Wer's nicht glaubt, muß warten, bis er selbst einmal Geisel ist. Hamburg WOLFGANG ROMPA
Täglich Hunderttausende von Steuergeldern für die Ausbildung von Sonderkommandos, Scharfschützen und Einsatzleitern. Aber da waren nicht Dilettanten am Werk, das waren echte Versager. Sachseln (Schweiz) DR. GÜNTER BELL
Alle Besserwisser sollten, anstatt großspurig ihr Rezept anzubieten, dankbar dafür sein, daß sie in dieser tragischen, lebensbedrohenden Situation nicht entscheiden mußten. Ratingen (Nrdrh.-Westf.) HEDEL LANGE-BERENROT
Das Verhalten der Polizei während des grauenvollen Geiseldramas war symptomatisch für ihre gesamte Verbrechensbekämpfung. Den ständig wachsenden Kriminalitätsraten, die uns die Politiker als unabwendbar verkaufen wollen, steht ein völlig hilf- und kopfloser Polizeiapparat gegenüber. Ohnmächtig müssen wir mit ansehen, wie selbst einmal dingfest gemachte Schwerstkriminelle von der Justiz nach Verbüßen einer viel zu milden Haftstrafe oder durch die großzügige Gewährung von Hafturlaub wieder auf die Allgemeinheit losgelassen werden. Hamburg THOMAS MEURER
Makaber ist, daß durch das stümperhafte Eingreifen der Polizei unter den unschuldigen Geiseln ein größeres Blutbad angerichtet wurde als vorher durch die Schwerverbrecher. Trier HORST SEBASTIANI
Nicht die Polizei ist hier der Sündenbock, sondern all die vielen kleinen Ideologen, die zur Verunsicherung des Polizeiapparates beitragen. Eschborn (Hessen) J.F.WILHELM HÖRNICKE
Ich habe nur eine Bitte an die Innenminister aller Bundesländer außer Bayern: Wenn ich einmal gekidnappt werden sollte, dann bitte auf keinen Fall ein SEK entsenden, aber auch nicht Herrn Meise aus Gladbeck, die Recklinghauser Jungs oder die Bremer Stadtmusikanten. Berlin HERBERT WOOSCH
Wozu Einsatz GSG 9? Was müssen die Beamten des SEK Köln angesichts solcher
Vorschläge empfinden? Diese Männer trugen das Risiko für eigenes und fremdes Leben, erhalten nun Strafanzeigen wegen ihrer Handlungen und vernehmen sogar noch während des Einsatzes folgenden »Verbesserungsvorschlag": »Die GSG 9 muß her!« Angesichts dessen, daß die Ratgeber besonders unmittelbar nach dem Einsatzgeschehen viel Zeit und Ruhe hatten, das »Patentrezept« anzubieten, sollte dieses auf seine Wirksamkeit hin geprüft werden: Die GSG 9 ist zwar eine hervorragende Antiterroreinheit mit bestechender Ausbildung, deren adäquater Einsatz allerdings (mit wenigen Ausnahmen) bereits zehn Jahre zurückliegt. Im direkten offiziellen Leistungsvergleich von deutschen Spezialeinheiten dieses Jahres war das SEK Köln am erfolgreichsten - weit vor der GSG 9. Während der letzten langandauernden Geiselnahme in München (November 1986) hat man auch nicht die GSG 9 angefordert. Von Herrn Strauß verlangte aber keiner wegen dieser Tatsache einen Rücktritt!
Im übrigen: Warum hat man eigentlich jetzt uns nicht auch noch angefordert? Berlin LOTHAR EBERT Erster Polizeihauptkommissar Leiter eines SEK, das mehr als 1500 teilweise bewaffnete Personen ohne direkten Schußwaffengebrauch festnehmen konnte
Warum werden wir Deutschen immer feiger? Das Geiseldrama, aber nicht nur das, bestätigt dies in erschreckendem Maß. Isernhagen (Nieders.) GERD VON WÜLFING
Die Kritik am Verhalten der Reporter und Journalisten ist vollkommen fehl am Platz. Als gewöhnlicher Bundesbürger und Steuerzahler, der in seiner Naivität gewagt hat, darauf zu vertrauen, daß unsere innere Ordnungsmacht in der Lage und willens ist, ihm einen aufmerksamen Schutz zu gewähren, kann man dem Journalismus nur danken, daß er hier geholfen hat, die Realität in ihrer ganzen Brutalität zu erkennen. Saarbrücken PETER KOCZIAN
Was unsere Politiker tagtäglich vormachen, haben die Geiselgangster - reduziert auf ihren geistigen Horizont - ihnen nachgemacht. Sie bedienten sich mit fremdem Geld und kutschierten in Luxuslimousinen durch die Gegend. Als sie sich dann aber auch noch erdreisteten, wie ihre Vorbilder zu Wahlkampfzeiten - begleitet von der lächerlichsten Polizeieskorte der Welt und mit dem unvermeidlichen Journalistentroß im Gefolge - von Großstadt zu Großstadt zu reisen und sich in den Fußgängerzonen feiern zu lassen, hatten sie den Bogen überspannt. Nutznießer sind - außer der Boulevardpresse - nur die Kälbermäster und die Spielbankenparteien in Niedersachsen, die in den Medien jetzt auf die bedeutungslosen Plätze zwei und drei verdrängt werden. Kein Zweifel, diese unsere von Skandal zu Skandal schlitternde Bananenrepublik ist von oben und von unten verkommen. Nordenham (Nieders.) GERD LUERS
Gift im Wasser, Blüm in Chile, Würmer im Fisch, Chemie im Fleisch, Kohl in Bonn, »Polizei« in NRW, Rust im »Stern«, womit wird man uns noch im ach so »demokratischen« Staat der Bundesrepublikaner überraschen? Burgos (Spanien) A. REUTER
Herr Schnoor setzt in seinem Interview die Reihe von inkompetenten und zweideutigen Erklärungen zum Geiselfall fort. In einem irrt er besonders. Seine Aussage »ich mag eigentlich kaum glauben, daß während einer so schwierigen polizeilichen Lage gewisse Herren in Bonn nur an ihr politisches Süppchen denken ...« erweckt einen falschen
Eindruck. Meine Rücktrittsforderung erfolgte, nachdem die von ihm verantwortete Operation gescheitert und zwei junge Menschen durch die Verbrecher getötet worden waren. Die »Süddeutsche Zeitung« überschrieb ihren Kommentar zum Handeln der politisch Verantwortlichen und damit auch von Herbert Schnoor mit »Ein Abgrund von Inkompetenz«. Dem ist nichts hinzuzufügen. Bonn JÜRGEN MÖLLEMANN Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
Und das alles wegen lumpiger 420 000 Mark? Düsseldorf KARL-HEINZ IHLE *KASTEN
BRIEFE
Ziemlich schleierhaft
(Nr. 34/1988, Film: SPIEGEL-Gespräch mit dem Regisseur Roman Polanski) *
Die Leute vom »Stern«, klagt ein gewisser Roman Polanski im SPIEGEL, hätten seinen neuen Film nicht gesehen, seine Theaterarbeitignoriert und sich einzig für die läppische Vergewaltigungsgeschichte interessiert, die in grauer Vorzeit in Kalifornien passierte. Deshalb sei das verabredete »Stern«-Interview in Paris geplatzt. Welcher Film? Welches Interview? Wir kennen Herrn Polanski gar nicht. Ein zweiseitiges Gespräch mit einem Mann dieses Namens, abgedrucktin der »Stern«-Grundfassung vom 25. August 1988, ist frei erfunden und basiert auf einem dreistündigen Gespräch im Restaurant »Foquet's« am 31. Mai 1988, das nicht stattgefunden hat. Die dabei entstandenen Interview-Photos sind Fälschungen, ebenso die Tonbandmitschnitte des Gesprächs. Wie das Ganze ins Blatt kam, ist uns schleierhaft. Da wir den ganzen Tag an der Alster sitzen und Eis essen, hat auch niemand das Telephon abgenommen, als die SPIEGEL-Rechercheure anriefen, um Polanskis Erzählungen gegenzuchecken. So jagt eine Ente die nächste. Und wer ist schuld? Der Scheckbuchjournalismus, natürlich. Hamburg MICHAEL JÜRGS »Stern«-Chefredaktion
»Stern«-Chefredakteur Jürgs dementiert, was SPIEGEL-Gesprächs-Partner Polanski gar nicht behauptet hatte. Zum SPIEGEL sagte er:
»Und dann kamen zwei Leute vom 'Stern', eine Frau und ein Mann. Es war im selben Lokal, in dem wir jetzt sitzen. Die Frau hatte den Film nicht gesehen. Sie wußte nicht mal, daß ich einen neuen Film gemacht hatte. Sie wußte nicht, daß ich gerade Theater spielte. Das einzige,
wofür sie sich interessierte, war: Was ist in Kalifornien vor 10 Jahren passiert? Und was ist in Kalifornien vor 15 Jahren passiert? Diese Fragen kotzen mich inzwischen nur noch an. Ich meine: Wie viele Male soll ich sie noch beantworten und wie lange noch? Deshalb sagte ich: 'Vielen Dank. Lesen Sie mein Buch. Das Gespräch ist zu Ende.'«
Im »Stern« der letzten Woche las sich das so (Auszug): _____« STERN: Sie sind jetzt 55 Jahre alt. Haben Sie noch » _____« immer diesen ganz besonderen Sex-Appeal, den Sie einmal » _____« »die Anziehungskraft einer verbotenen Frucht auf junge » _____« Mädchen« genannt haben? » _____« POLANSKI: Wie soll ich das wissen? Ich lebe jetzt » _____« seit vier Jahren fest mit einer Frau zusammen. (Anm. d. » _____« Red.: Diese Frau ist Emmanuelle Seigner. » _____« Hauptdarstellerin in »Frantic«.) » _____« STERN: Wie alt ist denn Ihre Freundin? » _____« POLANSKI: Zweiundzwanzig ... Ich höre direkt, wie Sie » _____« jetzt rechnen. Fünfundfünfzig, zweiundzwanzig. Sie als » _____« Journalisten sollten mal Ihr Hirn ein wenig ölen, damit » _____« man das Ticken nicht so laut hört! ... Was ist hier » _____« überhaupt los? Wir reden jetzt schon zwei Stunden und ich » _____« habe noch keine einzige sachverständige Frage über meinen » _____« Film gehört! Was glauben Sie denn, warum ich hier sitze? » _____« Ich sitze hier, um meinen Film zu verkaufen. Ich sitze » _____« hier, um Warner Bros. einen Gefallen zu tun. Ich kann » _____« Journalisten nicht ausstehen. » _____« STERN: Trotzdem sitzen Sie freiwillig hier und » _____« unterstellen uns Dinge ... » _____« POLANSKI: Doch wohl mit Recht. Ich will Ihnen was » _____« übers Filmemachen erzählen, und Sie wollen wissen, mit » _____« wem ich schlafe und warum! »
Das Interview stand allerdings nur in 173 000 Exemplaren, von Jürgs »'Stern'-Grundfassung« genannt und vorwiegend für Lesezirkel bestimmt. Aus den 1,3 Millionen übrigen Exemplaren des »Stern« hatte Chefredakteur Jürgs das Polanski-Interview in Kenntnis des SPIEGEL-Gespräches mit Polanski entfernt - mit gutem Grund. -Red.
BRIEFE
Viel Erfolg
(Nr. 29/1988 Szene: Die Vorhölle der Frau Buschmann) *
Vor fünf Jahren haben Christel Buschmann und ich eine von beiden Seiten mit ziemlicher Ruppigkeit geführte Fehde über die Perspektiven des deutschen Films ausgetragen. Ich kann es nur unfair finden, wenn der SPIEGEL jetzt ein Zitat von mir aus dem Jahre 1983 benutzt, um den neuen Film von Frau Buschmann zu diskreditieren. Ich wünsche der Kollegin Christel Buschmann und ihrem Film »Ballhaus Barmbek« viel Erfolg. Hamburg HANS-CHRISTOPH BLUMENBERG
BRIEFE
Trio gegen Russenfrust
(Nr. 33/1988, Kreml-Flieger: Daniel Doppler sprach mit dem Friedensflieger Mathias Rust) *
Im Namen des Firmaments im allgemeinen und im Namen des »Stern« im besonderen: Herzlichen Glückwunsch zu diesem funkelnden Himmelskörper hehrer Interview-Kunst. Mehr solcher Kabinettstückchen, und mir ist bei all den niederschmetternden Enthüllungen über menschliche und geistige Abfallprodukte, die uns fast täglich überfluten und zu ersticken drohen, nicht bange um die gesicherte Zukunft des Schmunzelns. Leinfelden (Bad.-Württ.) THOMAS STEINWASCHER
Frage an Radio Eriwan: »Stimmt es, daß Perestroika für die Begnadigung von Mathias Rust verantwortlich ist?« Antwort: »Im Prinzip ja, aber nicht Rust wurde begnadigt, sondern seine völlig entnervten Bewacher im Gefängnis.« Bonn MARCUS VOGT
Trio gegen Russenfrust - Ronny Reagan, Rambo, Rust. Stuhr (Nieders.) VINCENT KARWIK