Edouard Balladur,
64, französischer Premierminister, versteht in Sachen Kunst keinen Spaß. Eine überlebensgroße Skulptur des Politikerkopfes wurde aus der Galerie de la Presidence in Paris entfernt - die Anweisung kam aus dem Büro des Regierungschefs. Der Bildhauer Georges Oudot, 65, der den Gipskopf angefertigt hatte, nannte als Grund, die Plastik sei »zu fragil« gewesen und könnte beschädigt werden. Die französische Nachrichtenagentur AFP behauptete, Balladur habe jeden Anschein von »Personenkult« vermeiden wollen. Doch das Kunstwerk hatte den Zorn des Politikers geweckt, weil das französische Fernsehen Balladurs bronzierten Schädel mit Häme überschüttete und die satirische Wochenzeitung Le Canard enchaIne in scheinbarer Verzweiflung feixte: »Was für eine Arbeit, das erhabene Gesicht Seiner Verbindlichen Arroganz in Gips zu formen!«