Am Rande Effe im Abseits
Jetzt will Dich keiner mehr haben, Stefan Effenberg: Bei Bayern München bist Du ausgemustert, der Wechsel zu Manchester City ist geplatzt, Millionen Arbeitslose hassen Dich - hattest Du Dir so Deinen Abgang als Fußballstar vorgestellt? Vielleicht konntest Du nicht ahnen, dass Interviews im »Playboy« gelesen werden. Vielleicht konntest Du nicht wissen, dass sogar Deine Vorschläge zur Reform der Arbeitslosenversicherung ("Stütze herabsetzen") ein Echo finden. Nun droht Dir selbst der soziale Abstieg, denn mit Deinen 33 Jahren bist auch Du auf dem Fußballer-Arbeitsmarkt leider nur noch schwer vermittelbar. Du wirst Dich also einreihen müssen in das Heer der Nichtstuer: Endlos lang werden Dir die Stunden vorkommen, in denen Du nicht viel anders als langzeitarbeitslose Maler, Maurer und Mechaniker in den öden Hallen Deiner Behausung sitzt und wartest, bis Dein Telefon klingelt. Wenn endlich der ersehnte Anruf kommt, sagt Dein Fachvermittler: »Es sieht schlecht aus, Herr Effenberg.« Und Deine früheren Fans bitten Dich um ein paar Gefallen: Gib keine Interviews. Sag nicht Deine Meinung. Zeig nicht Deinen Stinkefinger. Lebe als Arbeitsloser - ganz so, wie Du es Dir vorstellst: ausschlafen, bummeln, Fernsehen gucken. Samstagabends kannst Du dann in »ran« zusehen, wie die Liga ohne Dich auskommt. Wenigstens kannst Du kein Eigentor mehr schießen.