EIDGENOSSEN - DER SPIEGEL
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Briefe

EIDGENOSSEN
• aus DER SPIEGEL 23/1961
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EIDGENOSSEN

Beunruhigt bin ich über die Stellungnahme des cand. med. Gunter Berndt zu Ihrem Euthanasie-Bericht. Um dem offensichtlichen Bemühen dieses medizinisch belasteten Lesers vorzubeugen, sich als Euthanasie-Wohltäter zu betätigen, würde ich empfehlen, ihn auf seinen Geisteszustand hin zu untersuchen, um ihm als Merkmalsträger einer bemerkenswerten Gesinnung die nach seiner Meinung in Frage kommende Behandlung zuteil werden zu lassen. Auf alle Fälle empfehle ich - um zu verhindern, daß dieser Mensch sich einmal Arzt nennen darf - eine Doktorarbeit über den Eid des Hippokrates, den sogar ich als medizinischer Laie kenne.

Hildesheim HEINZ SCHUMACHER

Sie haben unter dem Titel »Euthanasie - Die Kreuzelschreiber« einen Artikel zum Euthanasie-Verfahren veröffentlicht, der sicher nicht nur die betroffenen Familien, sondern auch die Öffentlichkeit im allgemeinen interessiert haben dürfte. Der Versuch, zur Klärung dieses furchtbaren Geschehens beizutragen, wird durchaus anerkannt. Dabei ist Ihnen jedoch insofern ein Irrtum unterlaufen, als Sie mich als aktiv Mitwirkenden in diesem Verfahren aufgeführt haben. Das war nach meiner in der Fachwelt bekannten Einstellung zum Problem der Euthanasie, nach meiner jahrelangen Tätigkeit als Chefarzt in Bethel und nach meiner menschlichen Grundhaltung unmöglich, zumal ich selbst in meiner Familie von diesem Verfahren betroffen worden bin.

Marburg PROF. WERNER VILLINGER

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