Ein Trio für Bagdad - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 51 / 117

IRAK Ein Trio für Bagdad

• aus DER SPIEGEL 7/2004
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Deutschland, Frankreich und Japan wollen gemeinsam mit einem umfangreichen Programm zum zivilen Wiederaufbau des Zweistromlands beitragen. Auf die Grundlinien dieses trilateralen Projekts haben sich Regierungsvertreter der drei Staaten jetzt bei einem Treffen in Berlin verständigt.

Bundeskanzler Gerhard Schröder will die Initiative des Trios Ende Februar bei seinem Amerika-Besuch Präsident George W. Bush im Detail erläutern. Die Vereinigten Staaten hatten mehrfach bei ihren Verbündeten einen substanziellen Beitrag zum »nation building« im Irak angemahnt, zum Neuaufbau von ziviler Verwaltung und Infrastruktur.

Berlin, Paris und Tokio wollen ihre Zusammenarbeit im Irak schwerpunktmäßig auf vier Bereiche konzentrieren:

* Bis Ende 2005 sollen in den Vereinigten Arabischen Emiraten 2000 irakische Polizisten, vornehmlich Kriminalbeamte und Zöllner, ausgebildet werden. Die Federführung hierfür liegt bei den Deutschen. Berlin schickt ein Dutzend Experten für einen ersten Ausbildungskurs mit 150 Teilnehmern schon im März nach Abu Dhabi.

* Ein stärkeres deutsches Engagement soll es zudem bei der Neuordnung des Berufsschulwesens geben, wobei auch auf Lehrer aus Ägypten zurückgegriffen wird.

* Alle drei Länder wollen in ihrer abgestimmten Entwicklungshilfe der Wasser- und Energieversorgung im Irak Priorität einräumen.

* In der kulturellen Zusammenarbeit, die mit dem provisorischen Regierungsrat abgesprochen ist, sollen vornehmlich die Franzosen sich um den Wiederaufbau des Uni-Systems, der Bibliotheken und Archive kümmern. Japan, das dem Irak für 2004 Kredite in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar zugesagt hat, will bei den trilateralen Projekten überwiegend mit der Bereitstellung von Materialien und technischer Hilfe aufwarten.

Zur Ausgabe
Artikel 51 / 117

Mehr lesen über